Schuld waren die vielen Nachfragen vor allem junger Kunden: Die Käufer von Luxuswaren wollen immer häufiger wissen, woher die Pelze und Tierhäute stammen, die ihre Kleidung zieren. Mussten Tiere dafür leiden? Gibt es eventuell ethische Bedenken? Allzu oft lautete die ehrliche Antwort auf beide Fragen: Ja. Und das gefiel dem Modegiganten ganz und gar nicht – umdenken war also angesagt.


Haute Couture Modenschau von Chanel 2011 / Von Haute Couture NewsEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Nur noch Abfallprodukte aus der Lebensmittelindustrie erwünscht

Von jetzt an heißt es also: »No Croco for Coco«, der Wertewandel hat damit zum ersten Mal den Sektor der Luxus-Mode erreicht. In Zukunft soll kein neues Kleidungsstück von Chanel mehr mit exotischer Tierhaut ausgestattet werden, nur Abfallprodukte aus der Lebensmittelindustrie, die ohnehin anfallen, sind noch erlaubt. Krokodile, Schlangen, Stachelrochen und Eidechsen müssen ihre Haut nicht mehr, wie schon so viele Male zuvor, für Chanel opfern. Ab Mai nächsten Jahren folgt dann der absolute Pelzverzicht! Das erscheint fast wie ein Wunder, schmückt sich die Haute Couture doch schon seit vielen Jahrzehnten konsequent mit dem kostbaren Tierprodukt, scheinbar ganz ohne Gewissensbisse.

PETA rief die anderen Labels auf, Chanel zu folgen

Eventuell wird Chanel eines Tages Biotech-Leder ins Sortiment nehmen, doch das ist noch Zukunftsmusik. Im Moment gibt es einen regelrechten Run auf die noch verbliebenen Tierhaut-Produkte, die Python-Taschen waren kurz nach der neuen Verlautbarung des Designers ausverkauft. Ein paar Leute klammern also immer noch an den alten Zuständen, doch viele Kunden werden sicher den Wertewandel begrüßen. Die Tierschutzorganisation Humane Society International (HSI) äußerte sich bereits lobend und PETA rief die anderen Luxus-Labels dazu auf, Chanels Beispiel zu folgen. Mit etwas Glück wurde nun eine endlich eine Welle losgetreten, die sämtliche großen Designer erfasst und damit millionenfaches Tierleid erspart. Tierschützer in aller Welt kämpfen bereits seit gefühlten Ewigkeiten für dieses Ziel, das nun in erreichbare Nähe rückt!


Quelle: spiegel.de

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