Aus Reis extrahierte Stärke wird zum Beispiel in Babynahrung verwendet, die anfallenden Eiweiße kommen in den Müll. Das muss nicht sein, dachte sich ein Forscherteam des EU-Projektes BIORICE und machte die wertvollen Peptide für die Weiterverwertung nutzbar.


Weiterverarbeitung statt Entsorgung

Eiweiße sind wertvolle Rohstoffe, die wir zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika nutzen können. Doch bei der Gewinnung von Reisstärke landen sie unverwertet in der Tonne: eine unnötige Verschwendung. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts in Oberhausen mit dem bezeichnenden Namen UMSICHT (Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik) möchte dieser Praxis ein Ende bereiten. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, das kostbare, für den Körper hervorragend verwertbare Naturprodukt, so aufzubereiten, dass es für weitere Produktionsprozesse nutzbar wird. Die teure Entsorgung wird damit hoffentlich in Zukunft unnötig.


Hochwertiges Naturprodukt schonend behandeln

Mittels eines immer feinmaschiger werdenden Filtersystems sieben die Forscher im Labor die Peptide aus und sortieren sie in unterschiedliche Teilchengrößen. Als Filter dienen Membranen mit höchstens 0,2 Mikrometer großen Poren. Heraus kommen Peptide in vier verschiedenen Größenordnungen, die man teilweise mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Durch Anwendung einer physikalischen Trennmethode kommen die Eiweiße nicht in Berührung mit Chemikalien, konserviert werden sie mittels Gefriertrocknung oder Sprühtrocknung. Die hauptsächliche Herausforderung lag darin, die Peptide nicht durch Hitze oder andere äußere Einwirkungen zu schädigen.

Zukunftsweisendes Projekt, das Schule machen kann

Die Vermarktung des reinen Naturprodukts soll ein Unternehmen übernehmen, das seinen Sitz in der Schweiz und Italien hat. Doch zunächst werden die gewonnenen Peptide noch hinsichtlich ihrer Verträglichkeit untersucht, um sicherzugehen, dass der menschliche Körper wirklich mit ihnen zurechtkommt. Sind alle Tests überstanden, wird uns das frühere Abfallprodukt in Nahrungsergänzungsmitteln und körperpflegenden Cremes wiederbegegnen – und die Stärkehersteller sparen sich die teure Entsorgung: ein zukunftsweisendes Projekt, das auch auf anderen Gebieten Schule machen könnte.

Quelle: fraunhofer.de

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