Satelliten ins All zu schicken, wird immer preiswerter. Dies bringt für viele Industrien große Vorteile mit sich. Allerdings funktionieren Satelliten nicht ewig, sondern werden nach einiger Zeit zu Weltraumschrott. Langfristig wird dies zum Problem. Denn schon heute schwirrt eigentlich zu viel nicht mehr brauchbares Material um die Erde. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 20.000 kleine Teile mit Geschwindigkeiten von bis zu 30.000 Km/h um die Erde kreisen. Weil diese auch immer wieder miteinander kollidieren und zerbrechen, erhöht sich die Zahl kontinuierlich, ohne dass neue Satelliten ins All gebracht werden. Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, könnte in rund 100 Jahren das Netz an Müll so groß sein, dass keine Flüge ins Weltall mehr möglich sind. Um die Lebensdauer von Satelliten zu verlängern und so weniger Schrott zu produzieren, hat sich der Satellitenbauer SSL vom ADAC inspirieren lassen.


Die Satelliten können auch aufgetankt werden

Denn wenn ein Auto mal eine Panne hat, wird es natürlich nicht gleich verschrottet. Stattdessen kommt die Pannenhilfe und sorgt für die Reparatur. Genau dies soll nun auch im Weltraum geschehen. Das Unternehmen hat daher ein unbemanntes Raumschiff entwickelt, dass sich an die Satelliten andocken kann. Von dieser Position aus, können dann fehlerhafte Komponenten ausgetauscht und der Satellit wieder in die richtige Umlaufbahn gebracht werden. Es ist zudem auch möglich, die Satelliten mit neuem Treibstoff zu versorgen – was ebenfalls eine längere Einsatzdauer mit sich bringt. Denn viele der rund 3.000 inaktiven Satelliten im Weltall sind nicht wirklich kaputt, sondern haben schlicht den mitgebrachten Treibstoff verbraucht.


Staatliche Vorschriften könnten der Idee Aufwind geben

Der Satellitenbauer SSL hofft, mit dem Pannen- und Wartungsservice im Weltall Geld verdienen zu können. Dies wäre in allen Fällen möglich, bei denen die Reparatur eines Satelliten günstiger ist als der Start eines neuen Modells. Weil das Konzept aber noch nicht in der Praxis erprobt wurde, lässt sich bisher noch schwer abschätzen, wie viel Potential in der Geschäftsidee tatsächlich steckt. Zukünftig könnten aber staatliche Vorschriften helfen, das Geschäft anzukurbeln. So sind französische Satellitenbetreiber schon seit rund zehn Jahren verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die eigenen Satelliten nicht einfach aufgegeben, sondern entsorgt werden. In anderen Ländern gibt es hingegen bisher noch keine gesetzlichen Vorschriften. Der Pannendienst von SSL soll im Jahr 2021 den Betrieb aufnehmen.

Via: Spiegel

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