Die indische Weltraumforschung wurde früher teilweise ein wenig belächelt. Dies änderte sich allerdings als es gelang, eine Sonde zum Mars zu schicken. Die Besonderheit: Die Inder realisierten das Projekt zu einem Bruchteil der sonst üblichen Kosten. Dies beeindruckte auch die Experten der NASA, sodass sogar eine Kooperation vereinbart wurde. Die indische Raumfahrtbehörde ISRO hat nun einen kleinen Einblick in ihre Zukunftspläne gegeben. Demnach wird noch in diesem Jahr die Sonde Chandrayaan-2 zum Mond starten. Anschließend sind zwei unbemannte Testflüge geplant, bevor im Jahr 2022 der erste indische Astronaut ins All gebracht werden soll. Damit würde das Land in einen exklusiven Club vordringen. Denn bisher haben nur die Vereinigten Staaten, Russland und China tatsächlich eigene Astronauten ins All gebracht.


Transportraketen hat Indien bereits erfolgreich ins All geschossen. Foto: ISRO

Die Raumstation soll für wissenschaftliche Experimente genutzt werden

Die Pläne der indischen Behörden gehen aber noch deutlich weiter. So wurde nun bekannt, dass anschließend mit dem Bau einer eigenen Raumstation begonnen werden soll. Diese wird langfristig im All bleiben und es indischen Astronauten erlauben, dort für 15 bis 20 Tage zu wohnen. Diese Zeitspanne reicht aus, um eine Vielzahl an wissenschaftlichen Experimenten durchzuführen. Die Ankündigung stellt einen Kurswechsel in Indiens Raumfahrtstrategie dar. Denn lange Zeit verhandelte das Land auch über eine Beteiligung an der internationalen Raumstation ISS. Diese Gespräche führten bisher aber zu keinem Ergebnis. Stattdessen gab es zuletzt sogar Streit über den Test einer indischen Anti-Satelliten-Rakete. Denn die Trümmerteile des probeweise abgeschossenen Satelliten stellten eine ernsthafte Gefahr für die ISS dar.

Eine Beteiligung anderer Länder ist nicht geplant

Indiens Ministerpräsident Modi bezeichnete sein Land anschließend als die vierte Großmacht im All – neben den USA, Russland und China. In diesem Kontext sind auch die Pläne für eine eigene Raumstation zu sehen. Folgerichtig betonen die Behörden auch, dass Indien beim Bau der Raumstation nicht auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sei. Die Finanzierung soll ebenfalls vollständig aus eigenen Mitteln erfolgen. In diesem Punkt ist das indische Raumfahrtprogramm allerdings nicht frei von Kritik. Denn oftmals wird darauf verwiesen, dass die Gelder besser im Rahmen der Armutsbekämpfung eingesetzt werden sollten. Allerdings gibt es auch viele Experten, die den langfristigen Nutzen der Forschungsarbeit betonen und die Ausgaben daher als sinnvoll erachten.


Via: NDTV

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