Bisher ist es nur drei Nationen gelungen, mit eigenen Raumfahrzeugen den Mond zu erreichen. Zunächst der Sowjetunion, die als erstes auf dem Erdtrabanten landete. Dann den Vereinigten Staaten, die als einzige Nation auch Astronauten dorthin brachten. Und erst vor wenigen Wochen China, das mit seinem Raumfahrtprogramm die Rückseite des Mondes erkunden will. Der vierte Platz in diesem Wettlauf zum Mond könnte nun an ein eher kleines Land gehen: Noch in dieser Woche soll sich die israelische Mondsonde „Bereshit“ auf den Weg machen. Die Reise wird allerdings ungewöhnlich lange dauern. Denn aus Kostengründen haben die privaten Betreiber einen Mitflug auf einer SpaceX-Rakete gebucht, die die Sonde in die Erdumlaufbahn transportiert. Anschließend wird „Bereshit“ mehrere Elipsen um die Erde fliegen, bevor die eigentliche Landung auf dem Mond beginnt.


Mond
Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Die Landung stellt den schwierigsten Teil der Mission dar

Diese Vorgehensweise ist vergleichsweise preiswert, dauert dafür aber auch rund zwei Monate. Ob Israel also tatsächlich die vierte Nation auf dem Mond sein wird, dürfte somit frühestens im April feststehen. Der schwierigste Teil der Mission ist der eigentliche Landevorgang. Denn um unbeschädigt auf der Oberfläche aufzusetzen, muss die Fluggeschwindigkeit zuvor massiv reduziert werden. Weil auf dem Mond aber keine Atmosphäre existiert, ist der Einsatz von Fallschirmen nicht möglich. Für Airbags wiederum ist die Geschwindigkeit schlicht zu hoch. Stattdessen sollen die Triebwerke der Sonde für einen Gegenschub sorgen und so die Landung ermöglichen. Der Vorgang muss zudem vollkommen automatisiert ablaufen. Eine Steuerung von der Erde aus ist nicht möglich, weil die Übertragung eines Signals schlicht zu lange dauert.

Auch Indien hat den Mond auf der Agenda

Auch deshalb haben sich die Israelis eine vergleichsweise einfache Stelle für den Landungsversuch ausgesucht. Das sogenannte Mare Serenitatis bietet eine flache Oberfläche mit vergleichsweise wenigen Gesteinsbrocken. Von der Erde aus ist das Gebiet auch ohne technische Hilfsmittel gut zu sehen: Es handelt sich um einen der dunklen Fleck im oberen Bereich des Mondes. Sollte die israelische Mission nicht beim ersten Versuch erfolgreich sein, könnte der vierte Platz aber auch noch an eine andere Nation gehen. Denn auch Indien hat große Pläne in Sachen Mondforschung. So soll eine Sonde zum bisher noch unerforschten Südpol des Erdtrabanten fliegen. Eigentlich sollte diese auch bereits unterwegs sein, doch es kam zu erheblichen Verzögerungen. Dennoch dürften Indien noch früher dran sein als die Europäische Raumfahrtagentur ESA: Diese will Mitte der 2020er Jahre eine Mondsonde losschicken.


Via: NBC

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