Je seltener eine Krankheit weltweit vorkommt, desto schwieriger ist sie in der Regel zu bekämpfen. Nicht nur, dass die Pharmaunternehmen sich mit Forschungen zurückhalten, weil der potentielle Markt für mögliche neue Medikamente zu klein ist. Auch treten gerade die seltenen Tropenkrankheiten zumeist in den ärmeren Regionen der Welt auf. Selbst wenn also Medikamente und Behandlungsmethoden existieren, können sich die Erkrankten diese oftmals nicht leisten. Gleichzeitig erregen die eher vereinzelten Fälle auch nicht in dem Maße das Interesse der Weltöffentlichkeit, wie dies bei großflächigen Epidemien der Fall ist.


Betroffene können aus der Armutsfalle befreit werden

Die Weltgesundheitsorganisation WHO allerdings hat sich der Bekämpfung der seltenen Tropenkrankheiten angenommen und wirbt unermüdlich um entsprechende Gelder bei den Staaten. Aktuell empfehlen die Experten der Organisation den Einsatz von jährlich 2,9 Milliarden Dollar. „Verstärkte Investitionen der nationalen Regierungen können menschliches Leid lindern, helfen ökonomische Gewinne gleichmäßiger zu verteilen und Leute, die lange dort gefangen waren, aus der Armutsfalle zu befreien“, erläutert WHO-Generaldirektorin Margaret Chang die Ziele im Kampf gegen seltene Tropenkrankheiten.


Erste Erfolge bereits vorhanden

Dabei kann die Organisation in der Vergangenheit auch schon Erfolge vorweisen. So konnte im Jahr 2013 die Flussblindheit in Kolumbien vollständig besiegt werden. Auch Nepal und Bangladesch machen große Fortschritte im Kampf gegen die viszerale Leishmaniase und können so als Vorbild für ähnliche Programme in anderen Ländern dienen. Große Probleme gibt es hingegen vor allem in Afrika südlich der Sahara.
So bestätigt Dirk Engels, Bereichsleiter zur Kontrolle von seltenen Tropenkrankheiten bei der WHO, dass Afrika nicht nur der Kontinent mit der absolut höchsten Zahl an entsprechenden Krankheiten sei. Viele der Patienten dort litten zudem gleich an mehreren seltenen Tropenkrankheiten, was eine Behandlung zusätzlich erschwere. Mit einem Investment von 34 Milliarden Dollar in den nächsten 16 Jahren, könnte es allerdings gelingen die Zahl der Erkrankungen – nicht nur in Afrika, sondern weltweit – deutlich zu senken.

Quelle: Digital Journal

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