Proteste auf dem Maidan Platz in Kiew, Ukraine
Proteste auf dem Maidan Platz in Kiew, Ukraine (Bild: Flickr, Sasha Maksymenko)

Seit Wochen halten Demonstranten den Maidan Platz in Kiew besetzt und protestieren gegen die Regierung in der Ukraine und insbesondere den Präsidenten Viktor Yanukovych. Doch auch die Macht der „Familie“ (Angehörige und Freunde des Präsidenten Yanukovych) in der Ukraine sorgt für Unmut in der Bevölkerung. So soll alleine der Sohn des Präsidenten ein Vermögen von über 370 Millionen Euro angehäuft haben.


Weiters ist der Russland freundliche Kurs für viele Ukrainer ein Dorn im Auge und sie würden sich lieber mehr an den Westen anlehnen. Entgegen dem Bild in deutschen Medien ist dies allerdings vermutlich keiner der Hauptgründe sondern lediglich der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte.

Doch wie schaffen es die Demonstranten schon seit Wochen sich gegen die unbarmherzige Polizei zur Wehr zu setzen?


Disziplin und Ordnung auf dem Maidan Platz

Der Maidan Platz (Maidan Nezalezhnosti / Unabhängigkeitsplatz) wird in militärischer Manier von den Demonstranten geführt. Alkohol ist verboten. Es gibt Wachposten, ein improvisiertes Spital und sogar eine „Universität„.

Die Eingänge zum Platz selber sind mit meterhohen Barrikaden versperrt und zudem mit Schneesäcken verstärkt und mit Wasser übergossen, welches bei den aktuellen Minustemperaturen zu Eis gefriert und einen betonharten Schutzwall erzeugt. Als weiteres Hindernis gegen die Erstürmung sind auf der Spitze Autoreifen positioniert, die bei Gefahr schnell entzündet werden können.

Während in Seitenstraßen und auf anderen Plätzen in Kiew die Polizei erfolgreich Straßensperren und Versammlungen auflösen und entfernen konnte, gelang dies bislang auf dem Maidan Platz nicht. Das liegt auch daran, dass viele Polizisten gar nicht erst bis dahin vordringen können.

Automaidan – Polizeibusse kreativ zum Stoppen bringen

Automaidans“ werden die Guerillia artig ausgeführten Aktionen genannt, bei denen Polizeibusse der Elitepolizei (Berkut) auf kreative und gewaltfreie Weise aufgehalten werden, bevor sie ihren Einsatzort erreichen. In der Nähe von Polizeirevieren und Kasernen warten mehrere Autofahrer auf das Ausrücken der Einsatzkräfte und platzieren sich anschließend auf der Straße um die Busse herum. Anschließend kommt es zu koordinierten „Autopannen“ bei denen die Autos um den Bus herum zum Stillstand gebracht werden und ihn somit vom weiterfahren abhalten. Wie so ein Automaidan aussehen kann, zeigt folgendes Video:

Video: Automaidan in Kiew

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