Elektromobilität wird einen großen Anteil an zukünftigen Mobilitätskonzepten haben – soweit sind die meisten Fachleute sich einig. Auch Daimler möchte in Zukunft vermehrt auf Elektroautos setzen. Die Modelle der neu vorgestellten Elektro-Marke EQ werden allerdings erst gegen 2020 zu kaufen sein. Daimler hingt Konkurrenten wie BMW, Renault Nissan und Tesla Motors somit etwas hinterher. Der Chef von Daimler, Dieter Zetsche, hält den späten Start jedoch für einen Vorteil – laut ihm käme es allein auf den richtigen Zeitpunkt an.


Der richtige Zeitpunkt für den Markteintritt ist entscheidend

Für Zetzsche ist hauptsächlich der richtige Zeitpunkt des Markteintritts entscheidend für die Positionierung an der Spitze der Elektromobilität-Offensive. „Alle, die zu früh kommen, sind alleine auf der Tanzfläche. Alle, die zu spät kommen, haben das Beste möglicherweise bereits verpasst„, so Zetsche. Aktuell liege der Marktanteil von Elektroautos bei weniger als einem Prozent. Jetzt bereits vermehrt auf die Produktion von Stromern zu setzen, wäre in den Augen Zetsches ein Fehler.


Vielmehr hält der Daimler-Chef 2025 für einen wichtigen kommenden Meilenstein in der Elektromobilität. Zu diesem Zeitpunkt, so erwartet er, werden die Kosten für Batterien unter 100 Euro pro Kilowattstunde fallen. Die Batterien sind aktuell die teuersten Komponenten eines Elektroautos. Unrecht hat Zetsche wohl nicht. Tesla bemüht sich schon seit einiger Zeit, die Batterieproduktion kosteneffizienter zu gestalten. 2020 wird das Unternehmen seine Gigafactory in den USA eröffnen – ein Ereignis, das sich massiv auf den Batteriepreis auswirken wird.

Als Tesla 2012 die Elektro-Limousine Model S auf den Markt brachte, kosteten die Batterien gut 300 Euro pro Kilowattstunde. Daimler hielt übrigens über mehrere Jahre hinweg 10 Prozent der Tesla-Anteile, entschied sich jedoch dann, seine Anteile zu verkaufen. Tesla-Chef Elon Musk sagte einmal, dass die 50 Millionen US-Dollar, die Daimler in Tesla investierte, damals 2009 der Schlüssel zum Überleben des Unternehmens gewesen seien.

Die Qualität von Elektroautos misst sich nicht nur in Reichweite und Beschleunigung

Daimler möchte 2025 10 eigene reine Elektroautos im Programm haben. Darunter werden auch die demnächst auf den Markt gehenden neuen Stromer des Tochterunternehmens smart sein. Die Elektroauto-Marke EQ ist dabei als ganzeinheitliche Lösung für Mobilität gedacht. „Sich auf den Vergleich von Reichweite oder Beschleunigung zu konzentrieren, ist zu kurz gedacht„, so Daimlers Entwicklungschef Thomas Weber. Er sieht die Elektroautos der kommenden Generationen eher anhand der Qualität der Antriebe, der Vernetzung sowie der Fähigkeit zum autonomen Fahren bewertet. „Wir wollen in allem der Beste sein„, so Weber weiter. Die Reichweitenerhöhung sei an sich keine große Schwierigkeit – dafür müsse man lediglich mehr Zellen in den Wagen packen. Was Weber bei seinen Ausführungen jedoch völlig übersieht, ist die Tatsache, dass auch die Ladegeschwindigkeit für die Verbraucher ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für das richtige Modell sein wird.

Das erste Serienauto für die Langstrecke im Elektrobereich von Mercedes wird das SUV-Konzept Generation EQ werden. Es verfügt über einen 70-kWh-Akku, während der Elektroauto-Vorreiter Tesla im Model S und Model X bereits 100-kWh-Batterien verbaut. Allerdings müsse man die Leistungsfähigkeit der Batterie anhand der Kapazität, des Gewichts und des Volumens bewerten. „Wir gehen von einer durchschnittlichen jährlichen Erhöhung der Zell-Energiedichte von 14 Prozent aus. Es findet also alle fünf Jahre eine Verdopplung der Batterie-Kapazität statt, ohne dass das Volumen zunimmt„, so Weber.

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