In Wien tut sich was: Die U-Bahn soll ab 2024 vollautonom fahren, also ganz ohne Fahrer. Wen deshalb die Sorge plagt, dass das Menschliche im öffentlichen Nahverkehr abhandenkommt, der sei getrost: Die Stadt plant, den direkten Umgang mit den Passagieren stattdessen zu stärken, schließlich macht ein direkter Service die Fahrt erst wirklich angenehm.


Von Herbert OrtnerEigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Autonome Busse bremsten wegen eines Gänseblümchens

In der U-Bahn hat das autonome Fahren ohnehin längst Einzug gehalten: Die Wiener Fahrer haben seit 40 Jahren gar nicht mehr viel zu tun, denn ein hochkomplexes System im Hintergrund steuert die meisten Beschleunigungs- und Bremsvorgänge. Niemand muss also jetzt Angst bekommen, demnächst einer Maschine ausgeliefert zu sein, denn die Sicherheit ist schon jetzt gegeben und wird ab 2024 auch ohne Fahrer erhalten bleiben. An den Leitstellen werden weiterhin Menschen sitzen, die sämtliche Züge im Blick haben und im Notfall eingreifen können, obwohl dies wahrscheinlich sehr selten nötig ist. Bei einem Testversuch mit autonomen Bussen hat das System sogar wegen eines Gänseblümchens auf dem Weg gebremst, so empfindlich können die Sensoren sein! Und noch ein weiteres Beispiel ist in diesem Zusammenhang interessant: In früheren Zeiten waren auch Aufzüge mit Personal belegt, der sogenannte Liftboy brachte die Passagiere von einem Stock in den nächsten. Diesen Job gibt es heute nicht mehr – und doch fühlen sich die meisten Menschen in Aufzügen absolut sicher und kommen genau auf dem passenden Stockwerk an.

Züge können autonom in dichterer Taktung fahren

Doch nun zurück zur Menschlichkeit im Zug: Wenn keine Fahrer mehr im Spiel sind, werden Kapazitäten frei für menschenbezogene Servicearbeiten. Aktive, ansprechbare Mitarbeiter sollen nach aktuellen Plänen in den Zügen und an den Bahnsteigen postiert werden, mit einem offenen Ohr für die Anliegen der Fahrgäste. Konkrete Angaben gibt es dazu zwar nicht, aber es ist vorstellbar, dass Mitarbeiter wie in früheren Zeiten wieder Snacks verkaufen und Auskünfte geben. Die Züge hingegen können dann in dichterer Taktung fahren, denn es gibt keine Nachtdienstzeiten oder Stehpausen mehr, damit müde Fahrer sich ausruhen können. Für die Wiener scheint das alles eine Win-Win-Situation zu sein, wenn alles am Ende so aufgeht, wie versprochen.


Quelle: wienerlinien.at 

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.