23.000 Kilometer – so groß ist das Straßennetz, dass in Bayern jedes Jahr im Winter vom Winterdienst bestreut werden muss. Dafür wurden letzte Saison etwa 326.000 Tonnen Streusalz von 3000 Mitarbeitern auf den Straßen und Autobahnen des Freistaats verteilt. Das ist nicht nur ökonomisch aufwändig, sondern Streusalz ist auch ökologisch nicht unbedingt die beste Alternative. Auf der Suche nach Alternativen ist man nun auf Gurkenwasser gestoßen.


Foto: Winterdienst, Metropolico.org, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gurkenwasserrecycling im Streudienst

17.000 Tonnen Gurken werden Jahr für Jahr von der Firma Develey Senf & Feinkost GmbH mit Sitz im niederbayerischen Dingolfing zu Gewürzgurkeen verarbeitet. Bei diesem Prozess entsteht Gurkenwasser – und genau das soll künftig dabei helfen, Bayerns Straßen vom Schnee zu befreien.

Gurkenwasser ist salzhaltig und lässt sich mit recht wenig Aufwand is Salz-Sole umwandeln. Diese wiederum kann dann im Winterdienst eingesetzt werden. Da es sich dabei praktisch um Recycling des sowieso entstehenden Gurkenwassers handelt, gelangt weniger Salz in die Umwelt und diese wird entlastet.


Die Herstellung der Salz-Sole für den Winterdienst war bisher Aufgabe der Straßenmeistereien. Die dahinterstehenden Prozesse waren aufwändig und teuer. Die Salz-Sole aus Gurkenwasser dagegen kann kostengünstig hergestellt werden. In einem Testprojekt soll die Methode nun in einem Umkreis von hundert Kilometern um Dingolfing getestet werden. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr könnten so in diesem Winter 700 Tonnen Salz und 5,9 Millionen Liter Wasser eingespart werden. Wenn das Projekt erweitert wird, würden die Einsparungen natürlich entsprechend größer werden.

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