Forscher des Department of Psychiatry von University of British Columbia konnten durch die Hemmung eines Enzyms im Gehirn von Mäusen die Gedächtnisleistung steigern und zudem die Tiere auch von Ängsten befreien. Nach ersten Vergleichstests waren die manipulierten Mäuse ihren Artgenossen in vielen Belangen überlegen. Das manipulierte Enzym ist auch beim Menschen existent. In der Folge der Forschungen wollen die Wissenschaftler einen neuen Wirkstoff für Menschen entwickeln, der bei der Bekämpfung von Demenz und Angsterkrankungen helfen soll und keine Manipulation von Genen voraussetzt.


Gehirnareale
Foto: brain lobes, Allan Ajifo, Flickr, CC BY-SA 2.0

Forscher machen Mäuse intelligenter und beeinflussen das Angstzentrum

Die Forscher rund um Dr. Alexander McGirr haben ein spezielles Enzym namens Phosphodiesterase-4B (PDE4B) bei Mäusen gehemmt indem das für die Produktion verantwortliche Gen verändert wurde. Phosphodiesterase-4B (PDE4B) gilt als wichtiger Bestandteil für die geistige Gesundheit und wirkt bei Säugetieren und auch bei Menschen im Hippocampus des Gehirns. In der Studie fanden die Forscher heraus, dass eine Minderung der PDE4B-Produktion sich positiv auf die Gedächtnisleistung von Mäusen auswirkt und die Tiere auch schlauer macht. Die genmanipulierten Tiere erkannten ihre Artgenossen und auch Objekte schneller wieder. Zudem lernten die Tiere auch schneller und merkten sich Dinge länger.

Neben der Gedächtnisleistung und der Steigerung der Intelligenz fiel den Forschern noch ein weiterer positiver Effekt auf. So trauten sich die manipulierten Mäuse auch mehr zu und waren weniger ängstlich. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe hielten sich die Mäuse mit einer verminderten PDE4B-Produktion auch an offenen und hellen Stellen auf. Das ist untypisch für die sonst so ängstlichen Tiere, die eher dunkle und gedrungene Orte präferieren. Die Veränderungen hielten die Forscher nach mehreren umfangreichen Verhaltensexperimenten fest.


Anwendungen bei Menschen

Die Forscher beobachteten weiter, dass die Verhaltensveränderungen sich auch auf das Gehirn auswirkten. So kam es nicht nur zu Veränderungen an den Synapsen, sondern auch bei den Nervenzellen, die schneller wuchsen. Dem Eintrag in der Fachzeitschrift Nature Neuropsychopharmacology zufolge schreckte nicht einmal Katzenurin die manipulierten Mäuse ab. In der Natur wären die Tiere also leichte Beute.

Die Wissenschaftler arbeiten unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse nun an einem Wirkstoff für den Menschen um die Gedächtnisleistung und kognitiven Fähigkeiten bei Demenzerkrankten zu verbessern. Desweiteren könnten Medikamente, die das Enzym PDE4B hemmen, das Leben von Menschen erleichtern, die an lebensbeeinträchtigenden Ängsten leiden.

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