Elektromobilität ist ein heißes Thema, und einer der großen Innovationsmotoren in diesem Bereich ist ohne Zweifel Elon Musks Unternehmen Tesla. Aber in Sachen Elektroautos vorne mit dabei zu sein, hat einen Preis: Im vergangenen Quartal hat Tesla etwa 743 Millionen US-Dollar Verluste gemacht. Insgesamt steht das Unternehmen inzwischen mit drei Milliarden Dollar bei seinen Zulieferern in der Kreide. Wer auf diese schlechten Zahlen hinweist oder es gar wagt, am langfristigen Erfolg von Tesla zu zweifeln, der bekommt es mit Elon Musk zu tun. Der Tesla-Chef schreckt auch nicht davor zurück, öffentlich ausfallend zu werden. Nun überraschte Musk mit der Mitteilung, dass er darüber nachdenke, Tesla zu privatisieren.


Foto: Elon Musk

Der Weg in die Privatisierung

Am considering taking Tesla private at $420. Funding secured.“ So lautete der Tweet, der gestern Investoren und Tesla-Fans überraschte. Musk ist bekannt dafür, aus impulsiven Ideen große Dinge zu schmieden. Ein gutes Beispiel dafür ist sein Unternehmen „The Boring Company“, die der Geschäftsmann gründete, weil er von dem dichten Verkehr im Großraum Los Angeles genervt war. Die Finanzierung der Boring Company wurde anfangs unter anderem durch den Verkauf von Flammenwerfern sichergestellt.

Musk begründete seine spontane Aussage später in einer Mail an seine Angestellten, die auf dem firmeneigenen Blog veröffentlicht wurde. Laut Musk wäre eine Privatisierung von Tesla der „beste Weg nach vorne“, da so Ablenkungen durch den schwankenden Aktienpreis minimiert werden könnten. Außerdem könne Tesla so eher langfristig motivierte Entscheidungen treffen anstatt die oft kurzfristig denkenden Aktienbesitzer befriedigen müssen. „ Finally, as the most shorted stock in the history of the stock market, being public means that there are large numbers of people who have the incentive to attack the company„, fügte der Milliardär hinzu. Der Weg in die Privatisierung solle über eine Abstimmung unter den Shareholdern führen.


Musk: Finanzierung ist gesichert

Unter den Investoren scheint das Interesse an einer Privatisierung von Tesla jedoch eher gering zu sein. Musk will Tesla für 420 US-Dollar pro Aktie privatisieren. Ein Preis, den kaum einer zu zahlen bereit sein wird, alldieweil die Aktie trotz eines deutlichen Kursanstiegs gestern für 370 US-Dillar zu haben ist.

Musk hat jedoch schon angekündigt, dass die Finanzierung gesichert sei und er außerdem in seiner Rolle als CEO des Unternehmens verbleiben würde. Gerüchteweise haben neben dem Staatsfonds Saudi-Arabiens auch chinesische Investoren Tesla im Blick.

Die Aussage, dass die Finanzierung gesichert sei, birgt zudem auch rechtlichen Sprengstoff. „Wenn die Finanzierung nicht gesichert ist, und der Deal nicht zustande kommt, dann könnte es Probleme geben„, so Ira Matetsky von der Anwaltskanzlei Genfer & Shore. Denn das würde bedeuten, dass Musk die Investoren mit einer bewussten Falschmeldung auf eine falsche Fährte geführt hat.

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