Altern macht den wenigsten Menschen wirklich Spaß. Je nach Eitelkeit unternehmen wir deshalb mehr oder weniger viel, um die Effekte des Alterns zu verlangsamen. Forscher der University of Buffalo haben kürzlich eine Entdeckung gemacht, die dazu beitragen könnte, dass wir in Zukunft in der Lage sein könnten, Alterserscheinungen zu verlangsamen, wenn nicht gar aufzuhalten. Sie identifizierten nämlich ein Gen, das diverse Alterserscheinungen auslöst.


Bild: Darleny Lizardo/Alan Siegel/University at Buffalo North Campus Confocal Imaging Facility

Seneszenz als Gefahrenquelle für den Körper

Das in Rede stehende Gen kontrolliert die Zell-Seneszenz, also den Prozess, der die Zellteilung aufhält und so zu Alterssymptomen beiträgt. Sie fanden außerdem heraus, das Seneszenz sich sehr schnell auch auf umliegende Zellen ausbreitet. Das neu entdeckte Gen ist damit ein wichtiges Ziel für zukünftige Forschung im Anti-Aging-Bereich.

Lebende Zellen können die Zellteilung nur begrenzt oft ausführen. Anschließend findet keine Teilung mehr statt und die betroffenen Zellen werden zu seneszenten Zellen. Mit der Zeit gibt es im Körper immer mehr dieser seneszenten Zellen, bis diese zu den Symptomen beitragen, die wir als Alterserscheinungen kennen – etwa ein erhöhtes Risiko, an Diabetes, Herzerkrankungen oder Arthrose zu erkranken. Seneszenz hat aber auch eine gute Seite: Sie verhindert ungehinderte Zellteilung, die unter Umständen zur Tumorbildung führen kann.


Ein Gen fiel den Forschern ins Auge

Wissenschaftler arbeiten bereits seit längerem an Wegen, die seneszenten Zellen aus dem Körper auszuspülen oder anderweitig zu beseitigen. Entsprechende Medikamente konnten in Tests mit Mäusen das Leben der Tiere um bis zu 35 Prozent verlängern – bei gleichzeitiger besserer Gesundheit.

Das Team der University of Buffalo hatte es sich vorgenommen, die Gene zu katalogisieren, die an der Seneszenz beteiligt sind. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf Gene, die den Fettstoffwechsel beeinflussten. Bei mehreren Experimenten stach vor allem ein Gen hervor: CD36. Dieses Gen scheint in seneszenten Zellen besonders aktiv zu sein, was die Forscher zum Anlass nahmen, seine Verbindung mit der Seneszenz zu testen.

Möglicher Ansatzpunkt für Anti-Aging-Therapien

Den Forschern gelang es, in Experimenten die Zellteilung junger, gesunder Zellen zu beeinflussen, indem sie die Aktivität von CD36 anregten. Auch wenn nur 10 bis 15 Prozent der Zellen in einem Zellverband viele aktivierte CD36-Gene hatten, breitete sich die Seneszenz auch auf die anderen Zellen aus. Dieser Effekt setzte sich auch dann fort, wenn die Forscher im Anschluss die seneszenten Zellen aus dem Verband entfernten.

What we found was very surprising. Senescence is a very complex process, and we didn’t expect that altering expression of one gene could spark it, or cause the same effect in surrounding cells„, so Ekin Atilla Gokcumen, die an der Studie beteiligt war.

Natürlich ist es nicht das endgültige Ziel der Forscher, den Altersprozess noch zu beschleunigen. Allerdings betonen die Forscher, wie wichtig es sei, die Rolle von CD36 in der Zelle ganz genau zu verstehen. „Our research identifies CD36 as a candidate for further study. Senescence is a fundamental aspect of being a cell, but there is still a lot that we don’t know about it. Senescence seems to have implications for old age and cancer, so understanding it is very important.„, so Omer Gokcumen, der ebenfalls an der Studie beteiligt ist.

Um die Rolle von CD36 weiter zu verstehen, ist weitere Forschung nötig. Möglicherweise bietet das Gen aber einen guten Ansatzpunkt für Anti-Aging-Medikamentation.

via University of Buffalo

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