Die Erforschung anderer Planeten hat mit einem großen Problem zu kämpfen: Der enormen Entfernung zur Erde. Für genauere Daten und Erkenntnissen über den Mars ist die Wissenschaft auf die Ergebnisse von Sonden angewiesen, die oft jahrelang unterwegs sind. Deshalb können beispielsweise nur langsam Erkenntnisse über den Mars gewonnen werden. Der rote Planet gilt als nächstes großes Ziel der bemannten Raumfahrt. Ein Team von Forschern rund um Aymeric Spiga vom National Center for Scientific Research in Paris (CNRS) machte kürzlich eine Entdeckung, die unser Verständnis vom roten Planeten nachhaltig verändern dürfte: Die Forscher entdeckten Schnee auf dem Mars.


Bild: 37- Single flake, Mark Helm, Flickr, CC BY-SA 2.0

Neue Art des Schneefalls

Schnee auf dem Mars kommt in sogenannten „ice microbursts“ vor, kleine Schneefälle, die nur im Schatten geschehen und sich stark von Schneefällen auf der Erde unterscheiden. Die entsprechenden Wolken müssen relativ tief hängen (etwa 1 bis 2 Kilometer über der Oberfläche des Planeten), ansonsten erreicht der Schnee den Boden nicht. Grund hierfür ist der relativ schnell steigende Luftdruck auf dem Weg nach unten.

Bisher dachten Forscher, dass Schnee nur durch die langsame Ablagerung einzelner Moleküle stattfinden kann. Dies scheint nicht zuzutreffen – offenbar sind auch plötzliche „Schneeexplosionen“ möglich, wie sie etwa auf dem Mars stattfinden. Diese haben den Wasserkreislauf auf dem Mars in der Vergangenheit stark beeinflusst.


Nur wenig Schnee erreicht den Boden

Der Mars hat eine extrem dünne Atmosphäre und daher auch nur eine unzureichende thermische Isolierung. Das resultiert in sehr niedrigen Temperaturen, die Nachts bis zu -83 Grad Celsius erreichen können. Tagsüber bekommt Wasser am Boden in der Nähe des Äquators von der Sonne genug Energie, um zu verdampfen und Niedrigdruck-Wolken zu bilden – ein Vorgang, der vom Curiosity-Rover der NASA ab und an beobachtet wird.

In der Nacht kann es durch die niedrigen Temperaturen dann zu einer blitzschnellen, explosionsartigen Kristallisierung des Wassers kommen. Gleichzeitig wird die Luft rund um das Event extrem unstabil. Beide Tatsachen zusammen führen dazu, dass die gebildeten Eiskristalle extrem stark ausfallen. Einige dieser Kristalle erreichen die Oberfläche des Planeten, die meisten gehen aber noch auf dem Weg nach unten in den gasförmigen Zustand über.

Diese extremen Schneeausfälle konnten daher bisher nicht von den Rovern aufgezeichnet werden. „Snowstorms could be occurring above Curiosity or other rovers – undetected! Snow precipitation has been spotted solely by the Mars Phoenix lander at night, using LIDAR laser sounding“, so Spiga.

via IFLScience

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