Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren bewiesen: Kriegerische Auseinandersetzungen bringen nicht nur fatale Folgen für die menschliche Bevölkerung mit sich, sondern wirken sich auch extrem negativ auf die Umwelt aus. So kommt es regelmäßig zu massiven Umweltverschmutzungen. Berühmtestes Beispiel in diesem Zusammenhang: 1991 zündeten irakische Truppen ganze Ölfelder an, um diese nicht den Soldaten der internationalen Koalition zu überlassen. Diese Umweltverschmutzungen haben zudem auch langfristige Folgen. So konnte im Irak nachgewiesen werden, dass Auswirkungen des Kriegs im Jahr 2003 bis heute die Zahl der Krebserkrankungen ansteigen lassen. Auch die Tiere leiden unter bewaffneten Konflikten, selbst wenn sie nicht direkt von Bomben oder Gewehren getroffen werden. So sank beispielsweise die Zahl der Elefanten in einigen Krisengebieten Afrikas um bis zu 90 Prozent.


By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Die Genfer Konvention schützt bisher nur Menschen

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen dringen bewaffnete Gruppierungen in solchen Fällen oft in sonst unbewohnte Gebiete vor. Dadurch wird der Lebensraum der Tiere verkleinert. Außerdem steigt im Fall von Konflikten die Verbreitung von Waffen – was auch die Möglichkeit zur illegalen Jagd mit sich bringt. Die Regierung wiederum hat in der Regel in solchen Fällen nicht mehr die Ressourcen, um einen Schutz der Tiere zu gewährleisten. Alles in allem lässt sich also sagen: Tiere und Pflanzen leiden unter Kriegen ebenso wie der Mensch. Die Genfer Konvention spiegelt dies allerdings nicht wider. Denn dort sind zwar Regelungen zum Schutz von Zivilisten, Verwundeten und Kriegsgefangenen enthalten – von der Natur ist aber keine Rede. Dies wollen 24 renommierte Forscher nun allerdings ändern.

Bei der UN wird über einen besseren Schutz der Umwelt diskutiert

Sie forderten in einem offenen Brief, auch die Zerstörung der Natur als Kriegsverbrechen zu brandmarken. Der Anlass ist eine Sitzung der „International Law Commission“ der Vereinten Nationen. Dort soll darüber gesprochen werden, wie die Umwelt im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen besser geschützt werden kann. Schon heute hat die Weltgemeinschaft sich grundsätzlich auf 28 Prinzipien geeinigt. Noch ist aber unklar, was passiert, wenn Konfliktparteien dagegen verstoßen. Würde der Schutz der Natur in die Genfer Konvention aufgenommen, könnten Generäle und Politiker anschließend für die Zerstörung der Natur vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt werden.


Via: Vox

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

1 Kommentar

  1. Michael 8 Brocks

    30. Juli 2019 at 12:53

    Da man den verantwortlichen Ländern ja „keine Käseglocke“ überstülpen kann UND der Müll, wohl leider auch von Deutschland, in andere Länder exportiert werden, wäre eine wirksame Maßnahme schon sehr wichtig.

    Denn wenn es als Beispiel beim verantwortlichen „NICHT Juckt“, warum sollte er denn was dagegen tun und KRATZEN?

    Und wenn es in unserer (noch) Geld-Gesellschaft nur über künstlich erhöhte Kosten bei den verantwortlichen zum Umdenken kommen könnte UND die Kosten nicht NUR auf die Allgemeinheit/Kunden/Verbraucher „umgelegt“ werden, dann bin ich dafür.

    Zusätzlich sollten die Politiker sich nach mehreren und aus verschiedenen Ländern befindlichen Wissenschaftlern richten, denn die verdienen damit ja schließlich ihr Geld und kennen sich da erheblich besser aus als die gesamte Politik!

    Es muss etwas Effektives unternommen werden, denn wie sagte Albert Einstein einst:
    „Ich kenne keine Maus, die sich eine Mausefalle baut, ABER der Mensch tut es.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.