Ein großes Problem bei der Suche nach neuen Planeten ist ihre Nähe zu dem Stern in ihrem Sonnensystem: Oft sind die Himmelskörper so dicht an dem Stern, dass sie in dessen Licht von der Erde aus unmöglich erkannt werden können. Häufig müssen Astronomen daher auf indirekte Erkennungsmethoden zurückgreifen. Diese sind oft mathematischer Natur und können unmöglich bestätigt werden, solange der Planet nicht direkt beobachtet werden kann. Wissenschaftler haben nun eine neue Methode vorgestellt, um neue Planeten zu entdecken.


vector-APP
Foto: University of Arizona

Auf der Jagd nach neuen Planeten

Zu diesem Zweck wird derzeit ein System namens “vector-Apodizing Phase Plate” (vector-APP) getestet. Es neutralisiert bestimmte Anteile des von Sternen ausgesendeten Lichts und macht es so erheblich einfacher, neue Planeten visuell zu entdecken. Beide Hälften eines Sterns werden einzeln mit einem komplexen Verfahren gedimmt und fotografiert. Wenn die Wissenschaftler die beiden Bilder dann zusammenfügen, haben sie eine höhere Chance auf die Entdeckung neuer Himmelskörper.

Das Dimmverfahren greift auf eine komplizierte 3D-Technologie mit Flüssigkeitskristallen zurück, mit der bestimmte Wellenlängen des Lichts anderer Sterne ausgeblendet werden können.


Seit dem 6. Mai befindet sich vector-App in der Testphase, und zwar bisher ohne Zwischenfälle. Matthew Kenworthy vom Leiden Observatory in den Niederlanden kommentierte das neue System wie folgt: “This new coronagraph technology is also excellent news for the extremely large telescopes currently under construction. Thermal infrared instruments such as the Mid-infrared E-ELT Imager and Spectrograph (METIS) can exploit this new technology and discover new worlds. With a vector-APP coronagraph in the next generation of telescopes, we can search for planets around nearby stars with unprecedented sensitivity.

Bisher hat vector-APP noch keine neuen Planeten entdeckt, aber es gelang bereits erfolgreich, mehrere bereits bekannte Planeten in neuer Klarheit zu fotografieren.

Bis heute wurden etwa 2000 sogenannter Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, detektiert, aber nur eine Handvoll von ihnen wurde optisch beobachtet. Die Hoffnungen der Astronomie ruhen nun auf vector-APP, um diesen Zustand zu ändern.

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