Deutschland ist nicht gerade gesegnet mit schnellem Internet für unterwegs. Bei einigen internationalen Vergleichen landet man sogar hinter Albanien oder Kambodscha, was Netzabdeckung und Übertragungsgeschwindigkeit betrifft. Noch langsamer ist die Datenübertragung allerdings im Weltraum. Diese erfolgt bisher über langwellige Radiowellen. Hier gilt aber: Je größer die Distanz zwischen Sender und Empfänger, desto niedriger die Übertragungsrate. So flog die NASA-Sonde New Horizons vor einiger Zeit am ehemaligen Planeten Pluto vorbei. Anschließend dauerte es mehr als ein Jahr bis alle gesammelten Daten auf der Erde angekommen waren. Die durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit lag bei gerade einmal 2.000 Bits pro Sekunde. Die NASA forscht daher an einer neuen Art der Datenübertragung namens Xcom.


Erste Tests auf der ISS laufen bereits an

Dabei handelt es sich um ein Kofferwort aus X-Ray und Communication. Röntgenstrahlen sollen also genutzt werden, um die Kommunikation zwischen Objekten im Weltraum und der Basisstation auf der Erde zu ermöglichen. In der Theorie wären auf diese Weise Übertragungen im Gigabit-Bereich möglich. Außerdem können die Strahlen gezielter ausgesendet werden und der Energieverbrauch ist niedriger als bei den bisher genutzten Radiowellen. Zunächst einmal muss das Konzept nun aber in der Praxis getestet werden. Dies geschieht in den nächsten Wochen auf der internationalen Raumstation ISS. Dort wird auf der einen Seite der Station ein Röntgenstrahlsender installiert, der dann mit Daten versehene Röntgenstrahlen auf die andere Seite der Station schickt. Hier wiederum steht ein entsprechender Empfänger namens „Nicer“ bereit.


Ein Einsatz auf der Erde ist nicht realistisch

Verlaufen diese ersten Tests erfolgreich, sollen dann auch Übertragungen über weitere Distanzen erprobt werden. Der große Vorteil: Zumindest theoretisch sollte die Übertragungsrate bei weitem nicht so stark abfallen wie bei den bisher genutzten Radiowellen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei einer erfolgreichen Implementierung von Xcom die Weltraumforschung noch einmal einen enormen Schub erhielte. Denn Forscher wären dann in der Lage, deutlich gezielter mit Sonden und Rovern zu kommunizieren.
Für die Smartphone-Nutzer in Deutschland stellt die neue Technologie allerdings keine Alternative dar. Denn eine breit gestreute Röntgenstrahlung würde auf der Erde ein zu großes gesundheitliches Risiko darstellen. Eine Übertragung per Kabel wiederum ist technisch unmöglich.

Via: Business Insider

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1 Kommentar

  1. Björn

    2. April 2019 at 12:57

    Weshalb wird nicht gleich an Lichtübertragung geforscht, d.h. per Laser? Wenn Licht doch das schnellste Menschenbekannte ist…

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