Forscher der Universität Nantes wollen mithilfe eines 3D-Druckers den sozialen Wohnungsbau revolutionieren. Hintergrund ist, dass in vielen Städten die Mieten unaufhörlich ansteigen. Dadurch setzt eine ungewünschte soziale Verdrängung ein. In der Politik wird daher bereits seit Jahren über mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert. Die eingeführte Mietpreisbremse erwies sich bisher aber nicht als übermäßig wirksam. Der Ansatz der Wissenschaftler ist daher ein anderer: Sie wollen günstigen neuen Wohnraum schaffen und damit das Spiel von Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht bringen. Kernelement der Strategie: Der 3D-Drucker Batiprint3D. Dieser hat in Nantes nun ein erstes Haus vollendet, das im Juni von seinen Bewohnern bezogen werden soll.


Foto: Batiprint3D

Verhärteter Schaum sorgt für eine ausreichende Isolierung

Die Besonderheit des Druckverfahrens besteht darin, dass viel Wert auf die Energieeffizienz gelegt wird. So besteht das Haus aus drei Schichten. Zunächst produziert der 3D-Drucker zwei parallele Schichten aus aushärtendem Schaum. Anschließend füllt er den Innenraum mit Beton. Der Schaum dient dabei zunächst als Verschalung für den Beton, sorgt aber später auch dafür, dass das Haus angemessen isoliert ist. Außerdem können so auch komplexere Gebäudeformen realisiert werden. Das Haus in Nantes etwa ist nicht klassisch viereckig, sondern hat eher die Form eines geschwungenen Ypsilons. Neben der Universität Nantes waren auch die Baukonzerne Bouygues Construction und Lafarge Holcim sowie die Wohnungsbaubehörde der Stadt an dem Projekt beteiligt.

Die Nebenkosten sollen bezahlbar bleiben

Genauere Informationen über den Preis der Konstruktion gibt es bisher noch nicht. Die Stadt Nantes sieht aber offensichtlich eine Möglichkeit, den sozialen Wohnungsbau stark auszuweiten zu können, ohne zusätzliches Geld investieren zu müssen. Schneller geht der Bau mit dem 3D-Drucker ohnehin: Das erste Haus war innerhalb von 18 Tagen fertiggestellt. Die Bauweise soll zudem dafür sorgen, dass auch die Stromrechnung der Mieter nicht in schwindelerregende Höhen steigt. Denn es macht natürlich nur wenig Sinn, wenn günstiger Wohnraum geschaffen wird, die dafür vorgesehenen Familien sich aber die Strom- und Heizungskosten nicht leisten können. Die Stadt Nantes hat bereits angekündigt, weitere Häuser mit dem 3D-Drucker errichten zu wollen.

Via: Reuters


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