Wir haben bereits über den Live-Streaming-Trend aus dem Kinderzimmer berichtet. Nun sorgt Younow erneut für Bedenken bei Eltern und Kritikern. Schließlich räumte der Betreiber jüngst ein Schwierigkeiten bei der Kontrolle im Hinblick auf Beleidigungen, Mobbing und weitere Angriffe auf die teilweise noch ziemlich jungen Nutzer zu haben.


Mangelnde Kontrolle und ungeahndete Regelverstöße

Younow erklärte am 23.Februar 2015 folgendes: „Insbesondere durch das schnelle Wachstum der Nutzerschaft in Deutschland gab es Ende 2014 vereinzelt Schwierigkeiten bei der durchgängigen Überwachung und der Ahndung von missbräuchlicher Nutzung der Plattform. Younow hat darauf reagiert und baut das Monitoring laufend weiter aus, um es an die steigenden Nutzerzahlen anzupassen.“


Weltweit hat Younow nach den USA die zweitgrößte Nutzerzahl. „Bisher liefen mehr als 16 Millionen Nutzersessions in deutschsprachigen Ländern auf Younow und täglich kommen neue hinzu.“ Das Trendnetzwerk nimmt also weiterhin Fahrt auf. Immer mehr Jugendliche ab 13 Jahre melden sich bei Younow an und lassen die Öffentlichkeit an ihrem privaten Leben teilhaben. „Außerdem sind zum Beispiel Beleidigungen, Mobbing, das Konsumieren von Alkohol und anderen Drogen oder Nacktheit vor der Kamera streng verboten. Ebenso die Aufforderung zum Brechen dieser Regeln.“, wird weiter betont. Eine Stichprobe am 12. Februar durch Trends der Zukunft ergab über einen Zeitraum von 20 Minuten gleich mehrere Verstöße gegen die Younow-Regeln, die nicht geahndet wurden. Die Nutzer wetteifern um Likes und Ruhm, freuen sich über Zuwachs der Zuschauer und sind dafür auch bereits so manche „Opfer“ zu bringen.

Younow ist nichts für Kinder

Eine Nutzerin begann, nach kürzester Zeit und angetrieben von Aufforderungen der Zuschauer, lasziv vor der Kamera zu tanzen. Ein „Melden-Button“ oder ähnliches sucht man bisher vergebens. Im Rausch nach Likes, Anerkennung und positiven Feedback werden Viele leichtsinnig und locken auch ungewolltes Publikum an.

Allein die Tatsache, dass die Videochats auch ohne Account eingesehen werden können, dürfte die Alarmglocken läuten lassen. Einem Großteil der Nutzer scheint das jedoch egal zu sein. Einige wissen vielleicht auch gar nicht, welche Gefahren Younow bergen kann. Die Live-Streams können nicht durch zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten lediglich für einen bestimmten Zuschauerkreis eingeschränkt werden. Desweiteren wird auch das Alter der Nutzer nicht verifiziert. Theoretisch könnten also auch unter 13 Jährige das Angebot nutzen. Dieser Live-Stream-Dienst ist für Kinder keinesfalls geeignet.

Ein Sprecher des Familienministeriums warnte bereits einhellig vor der Nutzung von Younow durch Kinder. Schließlich betreibe der Dienst wirksame keine Vorsorge: „um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll vor Übergriffen und Gefährdungen zu schützen“. Die Nutzer geben allesamt Einblicke in ihr Privatleben preis und:“erleichtern so Mobbing durch Gleichaltrige und sexuelle Belästigungen durch Erwachsene.“ so der Sprecher weiter.

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