Younow ist bei Jugendlichen angesagt. Es handelt sich hierbei um eine Art Livestream-Netzwerk aus dem Kinderzimmer, dass in den letzten Tagen durchaus auch in die Kritik geriert. Kinder und Jugendliche fliegen auf Younow, Eltern und Datenschützer schlagen jedoch vermehrt Alarm. Der Drang zur Selbstdarstellung im medialen Zeitalter, sorgt für einen unglaublichen Ansturm auf die Streaming-Plattform. Jugendliche berichten per Live-Stream von ihrem Leben, in einem Chat können andere User Fragen stellen und sich austauschen. Die Sucht nach Anerkennung und Likes, verführt jedoch zur Leichtsinnigkeit.


Younow bietet Nährboden für „Cyber-Grooming“

Mit dem Aufruf der Younow Website gelangt man direkt zu den einzelnen Video-Livestreams, die Jugendliche vor ihren PCs im Kinderzimmer oder auf der Arbeit zeigen. Offiziell darf man sich ab Vollendung des 13. Lebensjahres bei Younow anmelden, ein Altersnachweis wird jedoch nicht verlangt. Mit Falschangaben sollen auch jüngere Nutzer einen Account anlegen können. Ohne sich bei Younow registrieren zu müssen, kann faktisch jeder Internet-Nutzer die Live-Streams und somit das Leben der Jugendlichen mitverfolgen. Eltern, Behörden und auch Datenschützer sind vor allem um die Sicherheit der meist minderjährigen Nutzer besorgt. Younow birgt auch entsprechende Gefahren und soll Raum für strafbares „Cyber-Grooming“ bieten. Hierbei handelt es sich um einen noch recht neuen Begriff, der Straftaten sexuellen Hintergrunds beinhaltet. Des Cyber-Grooming machen sich erwachsene Zuschauer strafbar, die unter 14 Jahr alte Kinder dazu bitten sich auszuziehen. Allgemein kann man vom „Anbahnen sexueller Kontakte“ sprechen. Ein entsprechendes Gesetz dazu existiert bereits seit 2014.


LKA hat Younow-Plattform im Blick

Das LKA in Niedersachsen wirft daher einen besonderen Blick auf das rasant wachsende Younow-Netzwerk. Bisher seien noch keine Straftaten bekannt geworden. Dennoch ist größte Vorsicht geboten. „Keiner würde es zulassen, wenn fremde Erwachsene unsere Kinder in ihren Zimmern besuchen und dazu animieren, sich zu entkleiden. Was wir in der realen Welt nicht zulassen würden, dürfen wir auch nicht im Internet zulassen“, so Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann in einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung „HNA“. Neben dieser Gefahr lauern noch weitere Unannehmlichkeiten, die auf die Jugendlichen zukommen könnten. Die jungen Nutzer sprechen frei heraus, was sie gerade bedrückt und machen sich somit auch angreifbar für Cybermobbing. Darüber hinaus verraten auch einige Jugendliche regelmäßig per Live-Stream wo sie sich gerade aufhalten, nennen Wohnort mit Adresse und mehr.

So sollten Eltern reagieren

Eltern sollten sich für den neuen Younow-Trend öffnen und mit der Materie auseinander setzen. Ein generelles Verbot könnte dazu führen, dass das Netzwerk heimlich genutzt wird und der Status als Ansprechpartner verloren geht.

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