Die grundlegende Idee erscheint einleuchtend: In einer Welt, in der zu viel Abfall anfällt und viele Rohstoffe immer knapper werden, sollten die vorhanden Produkte im Idealfall möglichst lange genutzt und anschließend sinnvoll verwertet werden. Doch in der Praxis zeigt sich, dass andere Formen der Entsorgung kurzfristig oft mehr Profit versprechen. Außerdem ist insbesondere im Bereich des Plastik-Recyclings auch noch einiges an Forschungsarbeit nötig. An diesen beiden Punkten möchten nun die Europäische Investitionsbank (EIB) und fünf große nationale Förderbanken in die Bresche springen. Sie werden zusammen insgesamt zehn Milliarden Euro bereitstellen, um Projekte zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft zu fördern. Profitieren können von dem Geld sowohl staatliche Institutionen als auch Privatfirmen.


Recycling Water Bottles, MrTinDC, Flickr, CC BY-SA 2.0

Zwei Beispiele zeigen, wo investiert werden soll

Die Förderbanken wollen dabei vor allem zwei Ansätze unterstützen. Zum einen Projekte, die dafür sorgen, dass Produkte länger genutzt werden können. In der Vergangenheit ist dies bereits in einigen Fällen erfolgreich gewesen. So finanzierte die Bank Gospodarstwa Krajowego in Polen einem Eisenbahnunternehmen die Modernisierung von 22 Elektrotriebzügen. Deren Nutzungsdauer verlängerte sich dadurch um weitere zwanzig Jahre und wichtige Rohstoffe konnten eingespart werden. Der zweite bedeutende Punkt ist die maximale Verwertung von Abfällen. Auch hier gibt es bereits zahlreiche Beispiele aus der Praxis. So unterstützte die staatliche französische Förderbank das Unternehmen Terradona, das eine intelligente und innovative Lösung für die Müllsortierung entwickelt hat. Dadurch sind die Abfallbewirtschaftungskosten der Kommunen gesunken.

Der europäische Ansatz soll die großen Probleme lösen

Diese Beispiele zeigen: Schon heute sind die Förderbanken im Bereich der Kreislaufwirtschaft stark engagiert. Dies ist auch bei der deutschen KfW der Fall. Hier fließen aktuell rund vierzig Prozent der Mittel in die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz. Weil aber viele Probleme nicht alleine auf nationaler Ebene gelöst werden können, kam es nun zu der europäischen Initiative, die den etwas sperrigen Namen „Joint Initiative on Circular Economy“ – kurz: JICE – trägt. Im Idealfall tragen die Gelder dann dazu bei, dass sich in Zukunft tatsächlich eine Kreislaufwirtschaft in den meisten Bereichen des Wirtschaftssystems etabliert – und die staatliche Förderung überflüssig wird. Umwelt und Klimaschutz würden davon auf jeden Fall profitieren. Außerdem könnte die Abhängigkeit von bestimmten Rohstofflieferanten reduziert werden.


Via: KfW

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