Vor einigen Jahren entschloss sich die Regierung in Nepal zu einer drastischen Maßnahme. Seitdem müssen Bergsteiger, die auf den Mount Everest möchten, ein Pfand in Höhe von 4.000 Dollar entrichten. Das Geld erhält nur zurück, wer mit einer bestimmten Menge an Abfall in das Basislager zurückkehrt. Wirklich gut funktioniert hat die Idee allerdings nicht. Auch heute noch kehrt mehr als die Hälfte der Bergsteiger ohne die geforderte Menge Müll zurück. Die 4.000 Dollar werden oftmals einfach in die Kosten für die Reise eingepreist. Stattdessen wird teilweise noch immer Abfall zurückgelassen, um sich den Auf- und Abstieg möglichst leicht zu machen. Die einst unberührte Natur rund um den höchsten Gipfel der Erde ist daher inzwischen massiv mit Müll verschandelt.


Bild: I, Luca Galuzzi [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Die Müllsammler arbeiten unter extremen Bedingungen

Die chinesische Regierung hat daher vor einiger Zeit den Zugang auf den Berg zeitweilig vollständig unterbunden. In Nepal setzt man hingegen weiterhin auf Freiwilligkeit. Im Rahmen eines staatlich unterstützten Programms haben sich in den vergangenen Wochen beispielsweise 14 Freiwillige immer wieder auf den Weg gemacht, um Müll auf dem Mount Everest einzusammeln. Einfach mit Sack und Zange losziehen, konnten sie allerdings nicht. Vielmehr ist das Einsammeln des Mülls eine aufwändige Angelegenheit, die auch mit gewissen Gefahren verbunden ist. Immerhin bewegen sich auch die Müllsammler naturgemäß im Hochgebirge. Trotzdem ist es gelungen, alleine in diesem Jahr schon mehr als drei Tonnen Müll einzusammeln. Diese Zahl zeigt zwei Dinge: Zum einen beweist sie die beeindruckende Arbeit der 14 Freiwilligen. Zum anderen macht sie aber auch greifbar, wie groß das Müllproblem am Mount Everest ist.

Ein Drittel des Müllst kann recycelt werden

Sichtbarer wird das Problem zudem durch die Folgen des Klimawandels. Denn der schmelzende Schnee gibt nicht nur die Leichen verstorbener Bergsteiger frei, sondern auch jede Menge Abfall. Im Rahmen der sechswöchigen Sammelaktion sollen daher insgesamt sogar stolze zehn Tonnen Müll eingesammelt werden. Rund ein Drittel davon wird per Helikopter in die nepalesische Hauptstand Kathmandu geflogen und dort recycelt. Zwei Drittel des Abfalls landen hingegen auf einer Müllkippe in einer angrenzenden Region. Dies ist aus Sicht der Umwelt nicht ganz optimal, aber deutlich besser als das Zeug auf dem Mount Everest zu belassen. Interessant ist zudem, was die Freiwilligen so alles an Abfall gefunden haben: Die Spannweite reichte von Zelten und Kletterausrüstung bis hin zu Trinkflaschen und menschlichen Ausscheidungen.


Via: Inhabitat

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