Die Technologie des Hyperloops steht noch immer ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Dementsprechend viele Ideen und Konzepte werden aktuell diskutiert. Wobei unklar ist, was davon tatsächlich einmal realisiert werden kann. Die Firma Hyperloop One und das Design-Unternehmen Bjarke Ingels Group haben nun einen interessanten Vorschlag gemacht, um den Passagieren einen gewissen Ausblick zu bieten. Denn anders als bei einem klassischen Schnellzug kann beim Hyperloop natürlich nicht einfach aus dem Fenster geguckt werden. Deswegen greifen die Köpfe hinter dem Konzept auf eine optische Illusion aus dem 19. Jahrhundert zurück. Damals sorgten sogenannte Wundertrommeln für Aufsehen. Es handelte sich um geschlossene Zylinder mit kleinen Sehschlitzen an der Seite. Wer dort hindurch schaute und die Trommel zu drehen begann, konnte sich bewegende Bilder sehen.


Bild: Virgin Hyperloop One

Ein lineares Zootrop wirkt wie ein riesiges Fenster

In Wahrheit handelte es sich aber um viele einzelne Bilder mit jeweils kleinen Veränderungen. Erst durch die schnelle Drehung entstand der Eindruck von sich bewegenden Figuren. Dieses Phänomen ist auch als Zootrop-Illusion bekannt. Das selbe Prinzip kommt etwa auch bei den bei Kindern beliebten Daumenkinos zum Einsatz. Nun aber zurück zum Hyperloop: Die Idee der Ingenieure sieht vor, die Röhre, durch die die Transportkapsel schießt, mit kleinen Sehschlitzen im Abstand von jeweils zehn Metern zu versehen. Dadurch würde ein sogenanntes lineares Zootrop entstehen. Bei hohen Geschwindigkeiten entstünde für die Passagiere die Illusion eines riesigen Fensters. Der Trick funktioniert aber logischerweise nur, wenn sich die Hyperloop-Röhre nicht unterhalb der Erde befindet. Außerdem ist eine Mindestgeschwindigkeit Voraussetzung.

Displays statt Fenster sind ebenfalls in der Diskussion

Es ist daher noch keinesfalls sicher, ob das Konzept tatsächlich jemals in die Realität umgesetzt wird. Elon Musk beispielsweise setzt auf den Bau von Tunneln, um den Hyperloop zur Realität werden zu lassen. Andere Konzepte sehen vor, die Wände der Transportkapseln einfach mit riesigen Displays zu versehen. Dies hätte den Vorteil, dass sich dadurch auch neue Vermarktungsmöglichkeiten ergeben könnten. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei der Zootrop-Illusion um einen interessanten Ansatz. Er zeigt, dass es manchmal sinnvoll sein kann, in die Vergangenheit zu schauen und alte Ideen für neue Technologien zu nutzen. Immerhin wird bei Hyperloop One bereits seit rund zwei Jahren an dem Konzept gearbeitet. Man scheint die Idee also durchaus für praktikabel zu halten.


Via: Techcrunch

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