Über den Sinn oder Unsinn von Schusswaffen in Privatbesitz lässt sich sicherlich streiten. Diese Diskussion ändert aber nichts an der Tatsache, dass in den USA beispielsweise das Recht zum Besitz und zum Tragen einer Schusswaffe in der Verfassung verankert ist. Aber auch in Deutschland sind etwa 5,8 Millionen legale Schusswaffen zugelassen. Unfälle und Todesfälle, die durch legale Schusswaffen verursacht werden, gehören in den USA praktisch zur Tagesordnung, aber auch in Deutschland sind sie nicht so selten, wie man glauben könnte. Im Jahr 2013 starben mindestens 27 Menschen durch legal zugelassene Schusswaffen. Bei der Crowdfundingplattform Indiegogo läuft gerade eine Kampagne für Zore X, ein smartes Waffenschloss, das die Sicherheit in Haushalten erhöhen soll, in denen Schusswaffen aufbewahrt werden.


Zore

Schusswaffen als Unfallquelle in privaten Haushalten

Die Diskussion über das Für und Wider von scharfen Waffen im Privatbesitz muss hier nicht ausgebreitet werden. In den USA gilt es als Fortschritt, wenn darüber diskutiert wird, ob Privatleute scharfe Sturmgewehre besitzen dürfen, in Deutschland sind die Waffengesetze sehr viel schärfer, und auch die gesellschaftliche Sicht zu Schusswaffen ist hierzulande sehr viel strenger als in den Vereinigten Staaten. Jedoch gibt es sowohl in Deutschland als auch in den USA Haushalte, in denen scharfe Schusswaffen aufbewahrt werden. In Deutschland ist es Vorschrift, dass scharfe Waffen nur getrennt von der Munition in abschließbaren Behältnissen aufbewahrt werden dürfen, in den USA sind die Regelungen sehr viel lockerer – eine scharfe Pistole im Nachtschrank ist dort keine Seltenheit. Dementsprechend kommt es dort nicht selten zu tödlichen Unfällen, weil Kinder die Waffen der Eltern finden. Und genau solchen Fällen sollen Produkte wie Zore X vorbeugen. Es handelt sich dabei um ein smartes Waffenschloss, das das Abfeuern der Waffe verhindert.


Zore X soll Unfälle verhindern

Bei Zore handelt es sich um ein Startup aus Jerusalem, das ein Waffenschloss entworfen hat, dass sich über eine Smartphone-App entsperren lässt. Außerdem können die Nutzer ihre Waffe innerhalb der Bluetooth-Reichweite lokalisieren.

Da im Falle eines Notfalles oft keine Zeit bleibt, zum Smartphone zu greifen, verfügt Zore X außerdem über eine PIN-Sperre, mit der das Schloss direkt und innerhalb weniger Sekunden geöffnet werden kann. Dieses Feature hat eindeutig eher Märkte wie die USA im Blick, wo die Nutzung einer Schusswaffe zur Selbstverteidigung sehr viel akzeptierter ist als in Europa.

Schwerer Stand bei Waffennarren?

Um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen, bietet das Unternehmen mit der Zore Bridge in Kombination mit Zore WatchDog auch eine Möglichkeit, den Status des Schlosses sowie die Position der Waffe im eigenen Haus mittels WLAN zu ermitteln. Zore startete im Juni eine Kampagne bei Indiegogo und hat mit 250.000 US-Dollar das 100.000 Dollar Finanzierungsziel bereits um mehr als das Doppelte überschritten.

Vor allem in den USA ist eine Reform des Waffenrechts lange überfällig. Dem entgegen steht zum einen der zweite Zusatzartikel der Verfassung, der das Recht zum Besitzen und Tragen von Waffen verfassungsmäßig garantiert, als auch starke Waffenlobbies wie etwa die National Rifle Association. Eine Wandlung des Waffenrechts in den USA nach europäischem Vorbild scheint so gut wie ausgeschlossen. Wer die Diskussionen in den USA nach dem Attentat von Oregon über das Recht zum Tragen halbautomatischer Sturmgewehre verfolgt hat, der weiß, wie schwer es die Anti-Waffen-Lobby in den USA hat. Amokläufe wie in Oregon werden sich auch mit einem Waffenschloss nicht verhindern lassen. Aber zumindest kann so die Sicherheit der Waffenaufbewahrung in privaten Haushalten erhöht werden. Das Problem ist, dass es weiter völlig im Ermessen des Waffenbesitzers liegt, ob er ein solches Schloss nutzt.

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