Zwischen 1996 und 2016 wurde in den Vereinigten Staaten kein neuer Atomreaktor in Betrieb genommen. Unter US-Präsident Barack Obama rückte diese Form der Stromproduktion aber wieder stärker in den Vordergrund – ungeachtet der Atomkatastrophe von Fukushima. Vor allem zwei Vorteile wurden dabei immer wieder ins Feld geführt: Zum einen kann die Atomkraft helfen, die Abhängigkeit von teuren Ölimporten zu verringern. Zum anderen helfen die Reaktoren aber auch, die Klimaziele zu erfüllen, weil sie emissionsfrei arbeiten. Von Nachhaltigkeit kann allerdings keine Rede sein. Denn noch immer ist unklar, was später einmal mit den nicht mehr benötigten Brennstäben passieren soll. Für Obama überwogen aber dennoch die Vorteile, sodass er den Bau neuer Kraftwerke explizit befürwortete.


Das AKW Biblis wurde zwar gebaut, inzwischen aber abgeschaltet und muss nun teuer zurückgebaut werden. Foto: RWE Power

Der Kraftwerksbauer Westinghouse musste Insolvenz anmelden

In South Carolina startete der Kraftwerksbauer Westinghouse daher im Jahr 2008 das Projekt Summer. Dort sollten zwei Atomreaktoren entstehen und ab dem Jahr 2020 mit der Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz beginnen. Doch das Projekt stand unter keinem guten Stern. Zunächst wurde Westinghouse an den japanischen Konzern Toshiba verkauft, anschließend kam die Katastrophe von Fukushima und zuletzt musste Westinghouse sogar Insolvenz anmelden. In South Carolina übernahmen daher die Firmen Santee Cooper und South Carolina Electric & Gas die Arbeiten an dem Projekt. Die beiden Partner teilten nun aber mit: Aufgrund ausufernder Kosten wird der geplante Bau nicht realisiert.

Der Anteil der Atomenergie ist in den USA vergleichsweise niedrig

Konkret war ursprünglich mit Baukosten von 1,15 Milliarden Dollar kalkuliert worden. Tatsächlich muss inzwischen aber von mindestens der doppelten Summe ausgegangen werden. Außerdem wären die Atommeiler erst im Jahr 2024 einsatzbereit gewesen. So lange wollten die Projektpartner dann aber nicht warten und zogen daher die Reißleine. Dennoch sind die Vereinigten Staaten auch weiterhin der größte Produzent von Atomstrom weltweit. Dies liegt aber vor allem an der Größe des Landes, denn der Anteil am gesamten Strommix liegt unterhalb von zehn Prozent – und damit niedriger als in Deutschland. Aktuell befinden sich lediglich im US-Bundesstaat Georgia noch zwei neue Atomreaktoren in der Bauphase.


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