Martin Doll bietet in der deutschen Hauptstadt bisher einen ganz besonderen Service an: Er bringt seine Kunden mit einem Tesla Model S ans Ziel. Damit ist er der einzige Taxifahrer Berlins, der auf ein reines Elektroauto setzt. Doch nun kündigte er an, zum Jahreswechsel auf ein Hybridfahrzeug umsteigen zu wollen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind vor allem zwei Gründe. Zum einen wird es für ihn immer schwieriger, eine freie Ladestation in der Stadt zu finden. Dabei ist die Infrastruktur grundsätzlich sehr gut ausgebaut: Für die rund 10.000 privaten Elektroautos stehen immerhin 1.500 öffentliche Ladestationen zur Verfügung. Allerdings setzen inzwischen auch immer mehr Carsharing-Anbieter auf Autos mit Elektroantrieb – und zwar oftmals ohne in die nötige Infrastruktur zu investieren.


Symbolbild

Vor allem Carsharing-Fahrzeuge blockieren die Ladestationen

Die Folge: Viele der Fahrzeuge blockieren die Ladestationen, ohne diese tatsächlich zu nutzen. Zwar kann Doll in einem solchen Fall die Polizei rufen und die Wagen abschleppen lassen. Dies kostet ihn aber wertvolle Zeit nach Feierabend. Außerdem ist dies nur möglich, wenn die Autos gar nicht mit der Ladestation verbunden sind. Oftmals ist allerdings der Stecker durchaus eingesteckt, der Ladevorgang aber längst beendet. Auch hier müsste das Auto eigentlich weggefahren werden. Verstöße sind aber durch das Ordnungsamt nur schwer zu kontrollieren. Tesla hat daher vor einiger Zeit an seinen Schnellladesäulen eine sogenannte Blockiergebühr eingeführt. Die meisten anderen Anbieter sind diesem Beispiel bisher aber nicht gefolgt. Zumindest will das Bundesverkehrsministerium das Bußgeld deutlich erhöhen: Wer unberechtigt vor einer Ladestation parkt soll zukünftig 55 Euro zahlen müssen.

Der Ladevorgang hat sich massiv verteuert

Für den Taxifahrer Doll gibt es zudem noch einen zweiten Grund für seinen Fahrzeugwechsel: Der Ladevorgang hat sich massiv verteuert. Zu Beginn nämlich agierten die Ladestationen mit einem kundenfreundlichen Pauschalpreis. Ein voller Akku mit rund 300 Kilometern Reichweite kostete damals rund sechs Euro. Inzwischen wird hingegen pro Kilowattstunde abgerechnet. Die Folge: Die Kosten für Doll stiegen auf rund 33 Euro pro voll geladenem Akku. Weil die Taxipreise aber durch die öffentliche Hand vorgegeben werden, können diese zusätzlichen Kosten auch nicht auf die Kunden umgelegt werden. Letztlich war für den Unternehmer der Betrieb des Elektro-Taxis damit nicht mehr rentabel genug, um den zusätzlichen Aufwand zu vertreten. Ab dem nächsten Jahr wird daher in Berlin kein öffentliches Taxi mit Elektroantrieb mehr in Betrieb sein.


Via: Bild

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1 Kommentar

  1. Patrice.

    27. November 2019 at 11:25

    Darum ist die Politik bloss bla-bla-bla, bevor sie Milliarden in die Infrastruktur versemmeln, sollten sie sich für die Preispolitik einsetzten von Ladestationen

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