Forschern der TU Dresden ist es gelungen, mithilfe von genveränderten Hefepilzen Abwasser von Antibiotika-Rückständen zu reinigen. Bisher können diese von den meisten Kläranlagen nicht aus dem Wasser gefiltert werden. Das Problem: Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich gefährliche Resistenzen bilden. Mittlerweile wird daher viel über eine vierte Reinigungsstufe in Klärwerken diskutiert. Dabei soll in der Regel Ozon oder Aktivkohle zum Einsatz kommen, um unerwünschte Spurenstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Neben Antibiotika sind dies etwa auch Rückstände von Pestiziden und ähnlichen Mitteln. Doch beide Verfahren bringen auch Probleme mit sich: So kann der Einsatz von Ozon unerwartete Nebenwirkungen mit sich bringen, während die Aktivkohle nicht alle Spurenelemente entfernt.


Foto: Louis-F. Stahl [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], from Wikimedia Commons

Die Antibiotika-Reste werden unschädlich gemacht

Die Wissenschaftler in Dresden haben daher nun einen anderen Ansatz untersucht: Sie wollen bestimmte Enzyme nutzen, um die Antibiotika-Rückstände unschädlich zu machen. Als Basis dient gewöhnliche Bäckerhefe, die gentechnisch so manipuliert wurde, dass sie zwei gewünschte Enzyme produzierte. Diese wiederum wurden dann zur Reinigung des Wassers genutzt. Tatsächlich ließ sich beobachten, dass dadurch zum einen die weitere Umsetzung der Antibiotika-Stoffe in Gang gesetzt wurde. Zum anderen ging dadurch aber auch die antibakterielle Wirkung der Substanzen verloren. Dies ist von entscheidender Bedeutung, weil dann auch keine Resistenzen mehr entstehen können. Getestet wurde das Verfahren inzwischen nicht nur mit speziellen Laborsubstanzen, sondern auch schon an echtem Klärwasser. Bisher handelt es sich aber noch um Grundlagenforschung.

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Zuletzt aktualisiert am 22.10.2019

Weitere Forschungsgelder werden benötigt

Denn um den Ansatz tatsächlich in Kläranlagen nutzen zu können, muss zunächst noch ein praxistaugliches Verfahren entwickelt werden. Also etwa ein spezieller Filter, in dem die Enzyme fixiert sind und durch den das Wasser geleitet werden kann. Diese Entwicklungsarbeit wird aber nicht mehr von den Forschern in Dresden durchgeführt, sondern von spezialisierten Verfahrenstechnikern. Der Vorteil: Die Enzyme bleiben über einen längeren Zeitraum aktiv und können auch nach 24 Stunden noch den gewünschten Prozess in Gang setzen. Denkbar wäre auch, den neuen Ansatz dort zum Einsatz zu bringen, wo das Problem am größten ist. Also etwa beim Abwasser von Industrieanlagen oder Krankenhäusern. Für uns alle gilt daher auch weiterhin: Antibiotika sollten fachgerecht entsorgt werden.

Via: DLF


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