Viele Menschen träumen davon, einmal auf dem höchsten Gipfel der Erde zu stehen. Tatsächlich ist der Aufstieg auf den Mount Everest an geeigneten Tagen und mit professioneller Unterstützung auch für Amateure möglich. So erreichten am 23. Mai 2010 insgesamt 169 Menschen den Gipfel. Die Infrastruktur im Hochgebirge ist für so viele Menschen allerdings nicht ausgelegt. Immer wieder kommt es daher zu langen Wartezeiten an bestimmten Stellen, die den Aufstieg verzögern und zu einer Gefahr für die Bergsteiger werden können. Der „Massentourismus“ zum höchsten Berg der Welt bringt aber noch ein zweites großes Problem mit sich: Die Umweltverschmutzung. Denn oftmals reicht die Begeisterung für den Mount Everest nicht so weit, wenigstens seinen eigenen Müll wieder mitzunehmen.


Bild: I, Luca Galuzzi [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Nur noch 300 Sondergenehmigungen soll es pro Jahr geben

Alleine die chinesischen Behörden haben daher im vergangenen Jahr rund acht Tonnen Abfall einsammeln müssen. Darunter war so gut wie alles, was man sich vorstellen kann. Von Speiseresten über alte Zelte bis hin zu Sauerstoffflaschen und Medikamenten. Auf der nepalesischen Seite des Berges, die noch einmal von deutlich mehr Bergsteigern genutzt wird, dürfte die Situation nicht viel besser aussehen. Die chinesischen Behörden haben sich daher nun zu einer drastischen Maßnahme entschlossen: Sie schlossen das Basislager am Fuße des höchsten Bergs der Welt schlicht. Ein Zugang ist nun nur noch mit einer Sondergenehmigung möglich. Diese soll aber nicht öfter als 300 Mal im Jahr erteilt werden. Ob und wann eine vollständige Wiedereröffnung geplant ist, ist bisher nicht bekannt.

Der Mount Everest gilt als höchste Müllkippe der Welt

In der Vergangenheit hatten die beiden Anrainerstaaten schon verschiedene andere Maßnahmen ergriffen, um das Müllproblem in den Griff zu kriegen. So belegten die chinesischen Behörden regelmäßig Bergsteiger, die nicht mit ausreichend Müll wieder abstiegen, mit Geldstrafen. Auf nepalesischer Seite wiederum wurde direkt eine Art Pfand einbehalten, dass nicht wieder ausbezahlt wurde, wenn nicht eine bestimmte Menge Müll eingesammelt wurde. In den letzten Jahren hat sich die Situation durch solche Maßnahmen sowie verschiedene Müllsammel-Expeditionen ein wenig gebessert. Doch noch immer ist der Begriff der „höchsten Müllkippe der Welt“ nicht ganz aus der Luft gegriffen. Es bleibt abzuwarten, ob die Aktion der chinesischen Regierung nun zu einem größeren Umdenken führen wird.


Via: Inhabitat

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