Kalifornien gilt in den Vereinigten Staaten als Vorzeige-Bundesstaat in Sachen Energiewende. So wurde in den letzten Jahren unter anderem die Solarenergie stark ausgebaut. Für die Zukunft sind zudem weitere Maßnahmen geplant. So werden Hausbesitzer zukünftig – ähnlich wie in Dubai – verpflichtet sein, ihre Dächer mit Solarmodulen zu bestücken. Gerade jetzt im Sommer liegt der Anteil der Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung in Kalifornien teilweise bei mehr als fünfzig Prozent. Doch der massive Ausbau bringt auch Nachteile mit sich. Zu bestimmten Zeiten ist dadurch nämlich schlicht zuviel Strom auf dem Markt. Die Folge: An den Börsen drehen die Preise ins negative – es wird also Geld dafür bezahlt, dass jemand den Strom abnimmt. Dies ist aber natürlich nicht im Sinne des Erfinders.


Foto: Mariordo (Mario Roberto Durán Ortiz) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], vom Wikimedia Commons

Die Form der Energiespeicherung ist ausgesprochen effizient

Deshalb wird aktuell fieberhaft nach geeigneten Speichermöglichkeiten gesucht. Die Stadtverwaltung von Los Angeles hat in diesem Zusammenhang nun ein Milliardenprojekt präsentiert: Der legendäre Hoover-Damm soll mit Pumpen ausgestattet werden und so zu einem gigantischen Energiespeicher werden. Das dahinter stehende Prinzip ist auch von deutschen Pumpspeicherkraftwerken bekannt: Ist im Sommer tagsüber zu viel Energie vorhanden, wird das Wasser hinter die Staumauer gepumpt. Bei Nacht wiederum wird das Wasser dann abgelassen und fließt durch Turbinen zur Stromerzeugung. Bei dieser Form der Energiespeicherung gehen lediglich 20 bis 25 Prozent der aufgewandten Energie verloren – ein deutlich besserer Wert etwa als bei Lithium-Ionen-Akkus wie sie etwa Tesla anbietet. Es handelt sich also um eine effiziente und kostengünstige Form der Stromspeicherung.

Der Hoover-Damm wurde bereits in den 1930er Jahren erbaut

Einen bereits existierenden Damm zu nutzen ist zudem relativ sinnvoll. Denn zum einen gibt es nicht so viele Orte, an denen die geologischen Bedingungen die Einrichtung eines Pumpspeicherkraftwerks ermöglichen. Zum anderen sind neue Großprojekte auch immer mit Unwägbarkeiten versehen und werden von der Öffentlichkeit eher kritisch gesehen. Der Hoover-Damm hingegen existiert bereits seit den 1930er Jahren und eignet sich ideal für die Nutzung als Energiespeicher. Wie gigantisch der die Staumauer ist, zeigt sich an einem kleinen Detail: Sie reicht über die Grenze zwischen Arizona und Nevada hinweg. Dies hat zur Folge, dass im Winter zwischen der östlichen uns der westlichen Hälfte theoretisch ein Zeitunterschied von einer Stunde existiert. Im Sommer entfällt diese Kuriosität allerdings, weil Arizona auf die jährliche Umstellung der Uhren verzichtet.


Via: New York Times

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