Wer einen teuren Mobilfunkvertrag abschließt, erwartet dann auch, dass er diesen regelmäßig nutzen kann. Funklöcher sind dabei ein großes Ärgernis. In größeren Städten ist das Signal meist problemlos zu empfangen, auf dem Land allerdings ist die Erreichbarkeit teilweise stark eingeschränkt. Schätzungen zufolge haben rund ein Fünftel der Einwohner Großbritanniens in ihrem Heimatort kein zuverlässiges Mobilfunknetz. Dies ist ein klarer Standortnachteil für die ländlichen Regionen und hat daher auch die Politik auf den Plan gerufen: Finden die Mobilfunkanbieter keine Lösung, soll eine gesetzliche Regelung dafür sorgen, dass Handys und Smartphones jederzeit genutzt werden können.


Einzelne Netze funktionieren – andere nicht

Die Lösung scheint dabei vergleichsweise einfach zu sein. Viele Einwohner haben die Erfahrung gemacht, dass verschiedene Netze an verschiedenen Orten unterschiedlich gut funktionieren. Sprich: Je nach Anbieter des Handyvertrags haben Kunden ein Netz – oder eben nicht. Es scheint sich also nicht um ein generelles Problem zu handeln, sondern um eine Frage der Netzinfrastruktur. Eine Zusammenarbeit der Netzanbieter, könnte also eine beinahe flächendeckende Abdeckung gewährleisten. Hat jemand dann mit seinem Netz keinen Empfang, könnte er automatisch und kostenfrei auf ein anderes Netz umgeleitet werden. Die vier großen Mobilfunkanbieter Großbritanniens – EE, Vodafone, O2 undThree – konnten sich bisher aber nicht auf eine solche Kooperation einigen.


Dies erscheint nachvollziehbar, weil natürlich keine Firma scharf darauf ist, die teuer bezahlte eigene Infrastruktur, anderen Anbietern zur Verfügung zu stellen. Großbritanniens Minister für Kultur, Medien und Sport, Sajid Javid, forderte nun allerdings eine rechtliche Pflicht für Mobilfunkbetreiber eine gewisse Netzabdeckung zu garantieren. Auf diese Weise möchte er den Unternehmen verdeutlichen, dass eine Beibehaltung des aktuellen Status Quo keine Option ist. Entweder die Unternehmen investieren einzeln und ausreichend in ihre Infrastruktur oder sie einigen sich freiwillig auf eine Kooperation. Andernfalls werde die Politik eingreifen – was allerdings für alle Beteiligten die schlechteste Option wäre.

Konsultationsprozess soll freiwillige Lösung bringen

Denn eine solche Zwangskooperation würde beinahe zwangsläufig auch die Investitionstätigkeiten der Unternehmen abschnüren. Kein Unternehmen würde in seine Netzinfrastruktur investieren, wenn davon nicht nur die eigenen Kunden, sondern auch die Kunden der Konkurrenz profitieren. Der Wettbewerb wäre auf diesem Gebiet ausgeschaltet. Dies kann nicht wirklich im Sinne der britischen Regierung sein – vielmehr soll der Druck auf die Unternehmen erhöht werden, das Problem zeitnah zu lösen. Ab nächster Woche soll daher ein Abstimmungsprozess mit den Unternehmen in Gang gesetzt werden, bei dem verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden. Bleibt allerdings auch dieser Prozess ergebnislos, dürfte die Geduld der Regierung endgültig aufgebraucht sein.

Quelle: Digitaljournal

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