Als vor mehr als hundert Jahren das Automobil erfunden wurde, waren zunächst nur vereinzelte Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs. Je stärker sich die Erfindung allerdings verbreitete, desto größer wurde auch die Gefahr von Zusammenstößen. Die Behörden reagierten darauf, indem nach und nach verpflichtende Verkehrsregeln erlassen wurden. Außerdem wurde der Erwerb eines Führerscheins zur Pflicht. Heute könnte sich diese Geschichte im Weltall wiederholen. Denn lange Zeit waren die Kosten für Satelliten so hoch, dass ihre Zahl im Weltraum begrenzt blieb. Dies ändere sich in den letzten Jahren aber massiv. Denn zum einen legten immer mehr Staaten eigene Weltraumprogramme auf. Zum anderen traten aber auch zahlreiche private Unternehmen auf den Plan.


Bild: ESA – P. Carril, 2010 (Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 IGO)

Die Kommunikation per E-Mail verlief schwierig

Zuletzt kam es daher beinahe zu einer Kollision zwischen einem Starlink-Satelliten der Firma SpaceX und einem Wissenschaftssatelliten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Zwar wurde rechtzeitig bemerkt, dass die beiden Flugobjekte aufeinander zu steuerten. Doch weil es im Weltraum keine festen Verkehrsregeln gibt, war unklar, wer nun ausweichen musste. Die ESA verwies darauf, dass sich der eigene Satellit bereits länger auf dieser Umlaufbahn befand und demnach auch dort bleiben dürfte. Eine entsprechende E-Mail an SpaceX hatte aber nicht den gewünschten Effekt. Der Starlink-Satellit blieb auf seinem Kurs. Letztlich musste die ESA daher selbst aktiv werden und ein Ausweichmanöver einleiten. Letztlich konnte so eine Kollision verhindert werden. Die Anekdote zeigt aber: Es wird endlich Zeit für verbindliche Regeln.

Zukünftig wird es immer weniger Platz im Weltraum geben

Denn in den nächsten Jahren dürfte sich die Problematik weiter verschlimmern. So hat SpaceX bisher lediglich 60 Starlink-Satelliten ins All geschickt. Langfristig soll die Zahl aber auf rund 12.000 erhöht werden. Andere Firmen verfolgen ähnliche Pläne. Auf Dauer dürfte es daher nicht praktikabel sein, sich jeweils erst per E-Mail abzustimmen, wer denn nun ausweichen muss. Grundsätzlich gilt zudem: Je weniger Akteure im Weltraum aktiv sind, desto einfacher wird es, sich auf allgemein gültige Regeln zu einigen. Da die Zahl der Privatfirmen in den nächsten Jahren vermutlich weiter zunehmen wird, sollte daher zeitnah gehandelt werden. Zumal Ausweichmanöver schon heute nicht gerade selten vorkommen. Zumeist wird aber nicht anderen aktiven Satelliten ausgewichen, sondern nicht mehr steuerbarem Weltraumschrott.


Via: Space.com

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