Bei schlechter Luftqualität denkt man in erster Linie an asiatische Metropolen wie Neu Delhi oder Peking. Tatsächlich kämpft aber auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan gegen teilweise deutlich überhöhte Stickoxidwerte. Bereits sein Vorgänger Boris Johnson hatte daher eine City-Maut eingeführt und ein System von Leihfarrädern etabliert. Weil beides offensichtlich noch nicht ausreicht, um die Vorgaben in Sachen Luftqualität zu erreichen, will die Stadtführung nun zu einem radikalen Mittel greifen: Besonders stark belastete Straßen sollen zukünftig nur noch von neuen und sauberen Autos befahren werden dürfen. Konkret bedeutet dies, dass diese dann nur noch von Elektroautos und Plugin-Hybrid-Fahrzeugen benutzt werden dürfen. Wer noch mit einem Verbrennungsmotor unterwegs ist, muss hingegen zukünftig einen anderen Weg einschlagen.


By FiatLUX (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Alte Autos müssen ab April eine zusätzliche Gebühr entrichten

Angekündigt wurde die Maßnahme nicht durch den Bürgermeister selbst, sondern durch die zuständige Luftqualitätsmanagerin Ruth Calderwood. Diese äußerte in einem Interview mit der Financial Times die Vermutung, die bisher geplanten Einführung einer „Ultra Low Emission Zone“ werde nicht ausreichen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erreichen. Denn darin sind keine Fahrverbote enthalten. Besitzer von alten und sehr dreckigen Autos sollen lediglich eine zusätzliche Gebühr von zehn Pfund pro Tag in der Innenstadt entrichten. Calderwood hingegen kündigte an, komplette Straßen vollständig für bestimmte Fahrzeugtypen zu sperren. Welche dies genau sein werden, wollte sie aber noch nicht verraten. Dies dürfte auch davon abhängen, wie die Messwerte in den nächsten Monaten aussehen werden und wo die Belastung am höchsten ist.

Paris hat einige Straßen für alle Autos gesperrt

Grundsätzlich bekannt ist aber, dass vor allem der Finanzdistrikt mit seinen vielen engen und stark befahrenen Straßen mit deutlich zu hohen Stickoxidwerten zu kämpfen hat. Es läge daher nahe, dort einzelne Straßen für Autos mit Verbrennungsmotor zu sperren. Schon heute sind viele Elektor- und Hybridfahrzeuge von der City-Maut in der britischen Hauptstadt befreit. Auch andere Metropolen haben bereits Fahrverbote angekündigt, um die Probleme mit der hohen Schadstoffbelastung in der Luft in den Griff zu kriegen. So hat Paris einige Straßen komplett für den Straßenverkehr gesperrt und will in einigen Jahren gar keine Dieselfahrzeuge mehr in der Innenstadt erlauben. London könnte nun aber eine der ersten Metropolen mit Straßen ausschließlich für Elektroautos werden.


Via: Financial Times

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