Deutschland gilt weltweit als eine Art Müllweltmeister. Nirgendwo auf der Welt – so könnte man meinen – wird der Müll so sauber getrennt und so umfassend wieder verwertet. In der Praxis zeigt sich aber immer mal wieder, dass der Ruf hier etwas besser als die Realität ist. So wurde jahrelang ein nicht unerheblicher Teil des Plastikmülls schlicht nach China exportiert. Eine Vorgehensweise, die in den Fokus der Öffentlichkeit geriet, als die chinesische Regierung einen Importstopp verhängte. Dieses Problem ist noch immer nicht ganz gelöst, da weisen Zahlen des Statistischen Bundesamtes schon auf eine weitere Gefahr hin: Die Zahl der Deponien dürfte in den nächsten Jahren signifikant sinken – obwohl die Menge an Abfall weiter zunimmt. Problematisch ist dies vor allem für die Baubranche.


Die Menge an Abfall ist gestiegen

Denn Bauabfälle sind für rund die Hälfte des deutschen Mülls verantwortlich. Bauherren müssen zukünftig daher mit höheren Entsorgungskosten rechnen – etwa beim Aushub einer Baugrube. Dies wiederum könnte dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage in Sachen Wohnraum weiter auseinander driften. Die Zahlen jedenfalls sind alarmierend: Demnach ist die Zahl der Mülldeponien in Deutschland zwischen den Jahren 2006 und 2016 um 900 Anlagen gesunken. Dies wäre grundsätzlich unproblematisch, wenn sich zeitgleich auch die Menge an Abfall reduziert hätte. Das Gegenteil ist aber der Fall: Alleine in diesem Jahrzehnt hat der jährlich anfallende Müll um mehr als 25 Millionen Tonnen zugenommen. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass Deutschland hier auf eine Müllkrise zusteuert.


Drei Ansätze könnten die Problematik lösen

Die Lösung für das Problem liegt eigentlich auf der Hand. Genau genommen gibt es sogar drei Lösungsansätze: Entweder es gelingt endlich, die Menge an Müll im Gleichschritt mit der Zahl der Deponien zu reduzieren. Oder es wird deutlich mehr Abfall als bisher recycelt. Und zuletzt wäre es auch denkbar, schlicht wieder mehr Deponien zu eröffnen. Letzteres wäre theoretisch die einfachste Lösung, scheitert aber oft an nicht ganz unwichtigen Details. So ist kaum eine Gemeinde überhaupt bereit, bei sich eine Mülldeponie errichten zu lassen. Dies hat inzwischen teils absurde Folgen: So wird ein nicht unerheblicher Teil der bayerischen Bauabfälle schlicht auf Deponien in Thüringen gefahren. Wirklich preiswert und umweltschonend ist diese Lösung aber natürlich nicht.

Via: FAZ

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