Hohe Mieten und ein Mangel an Wohnraum lassen sich am besten bekämpfen, indem neue Häuser errichtet werden. Diese einfache Wahrheit stößt in der Praxis aber oftmals an ihre Grenzen. In der niederländischen Metropole Eindhoven etwa konkurrieren die städtischen Behörden und private Bauherren immer wieder um die wenigen erfahrenen Maurer. Nun will die Stadt aber eine interessante Alternative testen: Häuser aus dem 3D-Drucker. Realisiert wird das sogenannte „Project Milestone“ in Zusammenarbeit mit der TU Eindhoven und der Baufirma Van Wijnen. In einem ersten Schritt werden im Stadtteil Meerhoven nun fünf Häuser mithilfe eines 3D-Drucker errichtet. Interessenten für den auf diese Weise entstehenden Wohnraum gibt es auch bereits: Rund 20 Familien haben sich für eines der Häuser beworben.


Foto: Project Milestone

Das erste Haus wird noch teilweise auf dem Uni-Gelände gedruckt

Der 3D-Drucker besteht aus einem Roboterarm mit einer Düse. Seine Arbeit besteht im Wesentlichen darin, eine Lage Zement nach der anderen aufzubringen und so im Laufe der Zeit eine Mauer entstehen zu lassen. Die Konstruktion des Druckers stellt zudem sicher, dass auch Rundungen problemlos eingebaut werden können. Das erste Haus wird allerdings noch etwas unkonventionell errichtet, indem die Einzelteile zunächst auf dem Gelände der Technischen Universität produziert und dann zu dem eigentlichen Baugrundstück gebracht werden. Später ist dann aber geplant, das komplette 3D-Druckverfahren direkt vor Ort auszuführen. Die Köpfe hinter dem Projekt haben sich zudem bewusst entschieden, erst ein Haus fertigzustellen und anschließend mit dem nächsten zu beginnen. Auf diese Weise sollen die gesammelten Erfahrungen jeweils in die zukünftigen Bauten mit einfließen.

Auch in Frankreich gibt es ein ähnliches Projekt

Das erste Haus aus dem 3D-Drucker in Eindhoven soll bereits Anfang nächsten Jahres vermietet werden. Die Fertigstellung der kompletten kleinen Siedlung ist für den Mai geplant. Neben der Tatsache, dass keine ausgebildeten Maurer benötigt werden, bringt der Ansatz zudem auch noch weitere Vorteile mit sich. So sorgt der 3D-Drucker dafür, dass weniger Zement verbraucht wird – was Klima und Umwelt schont. Außerdem kann die Bauzeit der Häuser stark reduziert werden, sodass der Kampf gegen den Wohnungsmangel vereinfacht wird. Die entscheidende Frage dürfte aber sein, ob die Bauwerke auch tatsächlich allen Ansprüchen ihrer neuen Bewohner genügen. Dies wird man aber wohl erst nach einiger Zeit final beurteilen können. Häuser aus dem 3D-Drucker wird es zukünftig zudem nicht nur in Eindhoven geben, sondern beispielsweise auch in der französischen Stadt Nantes.


Via: The Guardian

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