Der Panama-Kanal wurde am 15. August 1914 eingeweiht und gilt als bauliche Meisterleistung. 85 Jahre lang übernahmen zunächst die Vereinigten Staaten den Betrieb. Anschließend wurde diese Aufgabe an die Regierung von Panama übergeben. Diese schlägt nun aber Alarm und sieht langfristig sogar die Zukunft der wichtigen Schiffsverbindung zwischen Pazifik und Atlantik in Gefahr. Denn weil es in Panama in den letzten Jahren zu wenig Niederschläge gab, droht dem Kanal das Wasser auszugehen. Der Hintergrund: Aufgrund des Höhenunterschiedes geht bei jeder Schleusung eines Schiffs Wasser verloren. Für den Ersatz sorgt normalerweise der Gatún-See – welcher wiederum durch den Chagres-Fluss gespeist wird. Damit gilt aber auch: Ist der Pegel im See zu niedrig, fehlt es auch im Kanal an Wasser. Dann muss der maximal zulässige Tiefgang beschränkt werden.


Der Beginn des Panama-Kanals auf der Pazifikseite. Bild: By Camilo Molina derivative work: MrPanyGoff [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Es fehlen mehr als zwei Milliarden Kubikmeter Wasser

Konkret gab es in Panama in diesem Jahr 27 Prozent weniger Niederschläge als im langjährigen Durchschnitt. Außerdem ist die Wassertemperatur des Chagres in den letzten Jahren um 1,5 Prozent gestiegen. Dadurch geht heute auch mehr Wasser durch Verdunstung verloren als noch in der Vergangenheit. Alles in allem stehen den Betreibern daher aktuell nur noch drei Milliarden Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Das klingt erst einmal nach einer ganzen Menge. Die Zahl relativiert sich aber, wenn man weiß, dass für einen nachhaltigen Betrieb mindestens 5,25 Milliarden Kubikmeter benötigt werden. Die Behörden in Panama suchen daher nun fieberhaft nach neuen Wasserquellen. So könnten etwa Meerwasserentsalzungs- und Kläranlagen dazu beitragen, die Problematik zu lindern. Außerdem wird darüber nachgedacht, neue Reservoirs zu bauen oder unterirdische Lagerstätten anzuzapfen.

Die Bedeutung für den Welthandel hat abgenommen

Alle diese Lösungsansätze haben aber eins gemeinsam: Sie kosten Geld und dürften die Gewinne aus dem Betrieb des Kanals schmälern. Die Probleme kommen zudem zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn schon heute hat der Panama-Kanal an Bedeutung für den Welthandel eingebüßt. So ist der Anteil am weltweiten Handel von fünf auf nur noch rund 3,5 Prozent gesunken. Verantwortlich dafür sind vor allem Verschiebungen bei den globalen Warenströmen. So haben Asien und Europa an Bedeutung gewonnen, während der amerikanische Kontinent etwas an Dominanz eingebüßt hat. Zukünftig könnte der Panama-Kanal zudem noch aus anderen Gründen an Verkehr verlieren. Denn durch die zunehmende Erderwärmung entstehen ganz neue Seewege in zuvor vereisten Gebieten. Für Panama könnte dies langfristig zum Problem werden: Das Land profitiert bisher massiv von den eingenommenen Gebühren.


Via: Der Spiegel

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    1. Januar 2020 at 01:12

    Die vorgeschlagenen Lösungen sind nicht nur kostspielig sondern auch ökologisch eine Katastrophe! Trinkwasserresevoire anzugreifen, die sich nicht wieder auffüllen, um einen Kanal zu betreiben, ist geradezu kriminell!

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