Eigentlich ist Tesla nicht gerade für eine zurückhaltende Öffentlichkeitsarbeit bekannt. Umso erstaunlicher ist es, dass der Zukauf des kanadischen Unternehmens Hibar Systems beinahe im Verborgenen ablief. Bekannt wurde der Deal nur, weil Tesla in Kanada Dokumente einreichen musste, die Hibar als neues Tochterunternehmen aufführen. Über den Zeitpunkt des Kaufes und die gezahlte Summe ist bisher nichts bekannt. Dennoch liefert der Zukauf einen wichtigen Einblick in die zukünftige Strategie des E-Auto-Pioniers. Denn Tesla hat schon sehr früh die Bedeutung der Batterien für Elektrofahrzeuge erkannt und sich gemeinsam mit den Partnern Panasonic und LG Chem einen wichtigen technologischen Vorsprung auf diesem Gebiet erarbeitet. Jetzt will der Konzern aber in Eigenregie noch einen Schritt weiter gehen.


Foto: Elon Musk

Das Ziel ist die „million-mile-battery“

Denn Hibar Systems verfügt vor allem über Expertise in der automatisierten Fertigung von Batterien für Elektroautos, Laptops und ähnliche Produkte. Gleichzeitig besitzt das Unternehmen eine gewisse räumliche Nähe zu Jeff Dahn, einem kanadischen Pionier in der Forschung mit immer leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Batterien. Dieser wiederum schloss vor einiger Zeit mit Tesla eine Forschungskooperation über fünf Jahre ab. Gemeinsam errichteten die Partner in Kanada ein Forschungslabor. Ein kürzlich veröffentlichtes wissenschaftliches Paper von Dahn gibt zudem einen Hinweis auf die Zielsetzung der Kooperation. Dort wies der Experte nach, dass es theoretisch möglich ist, die von Musk immer wieder propagierte „Million-Mile-Battery“ zu konstruieren. Außerdem meldete das Forschungslabor bereits einige interessante Patente an.

Aus technischer Expertise werden konkrete Produktionsschritte

Vor diesem Hintergrund ergibt auch der Zukauf von Hibar Systems viel Sinn. Denn offensichtlich sieht der Plan Teslas vor, dass durch die Forschungskooperation theoretische Expertise aufgebaut wird. Um daraus aber konkrete Produkte zu machen, ist es vor allem wichtig, die entscheidenden Produktionsschritte implementieren zu können. Hier wiederum kommen die Experten von Hibar Systems ins Spiel. Somit deutet einiges darauf hin, dass Tesla zukünftig noch stärker in den Bereich der Batterie-Produktion einsteigen wird. In letzter Konsequenz könnte dies sogar bedeuten, dass der Konzern selbst Batteriezellen herstellt. Damit würde Tesla eine ähnliche Strategie verfolgen wie Volkswagen in Deutschland, wo kürzlich sogar schon eine erste Pilotanlage angelaufen ist.


Via: Engadget

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