Roboter werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt definitiv für Umwälzungen sorgen. Eine Studie geht dabei sogar davon aus, dass rund 59 Prozent der heute existierenden Arbeitsplätze gefährdet sind. Inzwischen wird daher schon darüber diskutiert, ob Roboter auch Steuern und Sozialabgaben zahlen sollten. Bisher allerdings dürften die meisten in diesem Zusammenhang wohl an Jobs im verarbeitenden Gewerbe gedacht haben. Eine chinesische News-App hat nun aber einen Roboter namens Xiaomingbot auch eine durchaus kreative Aufgabe übernehmen lassen: Er berichtete von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro – und zwar nicht nur die reinen Ergebnisse, sondern in ausformulierten Sätzen. Vorerst kann es allerdings Entwarnung geben für alle kreativen Schreiber: Die chinesischen Nutzer bemängelten die zu roboterhafte Sprache des computergesteuerten Berichterstatters.


Die meisten Artikel handelten von Badminton und Tischtennis

Dafür war der Xiaomingbot aber extrem produktiv: Innerhalb der fünfzehn Tage bei Olympia produzierte er stolze 450 News-Artikel. Die meisten dabei mit einer Länge von rund einhundert Wörtern – einige aber auch deutlich länger. Themenmäßig konzentrierte er sich dabei vornehmlich auf die in China beliebten Sportarten Badminton und Tischtennis. In diesem Bereich befand sich dann auch sein erfolgreichster Artikel: Ein kurzer Bericht über das Damen Badmintonspiel zwischen Wang Yihan und Karin Schnaase erreichte immerhin rund 50.000 Leser. Längere Artikel aus nicht so beliebten Sportarten kamen hingegen weniger gut an: Ein 821-Wörter-Text über das chineische Frauen Fußballteam wurde nur von 243 Nutzern gelesen.


Die Washington Post setzte einen Roboter zum twittern ein

Entwickelt wurde der Journalisten-Roboter dabei von der chinesischen Webseite Toutiao News in Zusammenarbeit mit der Peking University. Ganz ohne menschliche Hilfe kam der Roboter dabei aber natürlich auch nicht aus. Denn die Ergebnisse und Statistiken, um die er seine Artikel herumbaute, erhielt er aus der offiziellen olympischen Datenbank – die wiederum teilweise von Menschen gepflegt und aktualisiert wurde. Die US-Zeitung Washington Post hatte während Olympia zudem einen ähnlichen Roboter im Einsatz: Dieser postete Endergebnisse und Statistiken auf einem eigenen Twitter-Account – benutzte dabei aber naturgemäß nur wenige Worte.

Via: Quartz

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