Parkinson und verwandte Krankheiten nehmen bei jedem Patienten einen ganz individuellen Verlauf, doch die Dokumentation des Tremors war bislang mit großen Schwierigkeiten behaftet: Ein Arzttermin findet normalerweise alle sechs Monate statt, anhand der Selbsteinschätzung des Patienten im Zusammenspiel mit dem punktuellen ärztlichen Befund erfolgt die regelmäßige Medikamenteneinstellung.


Eine Revolution in der Tremor-Therapie? Der Tremipen® darf bald zeigen, was er „drauf“ hat! / Foto: Tremitas

Ein mobiles, einfach zu bedienendes Messgerät in Stiftform

Tibor Zajki-Zechmeister  arbeitet bereits seit dem Jahr 2011 an einem mobilen, einfach zu bedienenden Messgerät, das Tremor-Patienten mit sich herumtragen und eigenhändig nutzen können. Am 11. April dieses Jahres, exakt am Welt-Parkinson-Tag, war es schließlich so weit: Der Tremipen® ging zur Finanzierung seiner medizinischen Zertifizierung auf Indiegogo online, das Spendenziel der Crowdfunding-Kampagne liegt bei 30.000 Euro. Die ersten fleißigen Spender erhalten ihren eigenen Tremipen® für 249 statt demnächst 599 Euro: Das sollte doch eigentlich ein ganz guter Deal sein! Wichtig ist, dass es sich bei diesem Produkt um kein therapeutisches Gerät handelt, sondern es wird allein zur Messung und Datenaufzeichnung genutzt.

Das Tremitas-Team stellt seine Erfindung im Video genauer vor


Eine Messung dauert nur 30 Sekunden

Der Tremipen wird, während der Messung, für 30 Sekunden wie einnormaler Schreib-Stift in der Hand gehalten. So lernt er einzuschätzen, welche Tätigkeiten ihm gut tun – und welche nicht. Er sieht außerdem, ob ein Unterschied zwischen seinem subjektiven Empfinden und den tatsächlichen, objektiven Werten existiert – und fühlt sich damit wahrscheinlich bald schon sicherer in der Einschätzung seiner Krankheit. Die gesammelten Daten kommen beim nächsten Arztgespräch mit auf den Tisch und dienen als Entscheidungs-Unterstützung  für die weitere Therapie. Ein Arzt-Gespräch ersetzt der Tremipen nicht. Es liegt auch nicht im Interesse der Entwickler Ärzten die Kompetenz abzusprechen. Inzwischen gibt es zwar schon verschiedene Smartphone-Apps zum Messen des Tremors, doch diese sind nicht zertifiziert und ihre Verlässlichkeit ist damit wissenschaftlich unbewiesen. Die Spendenkampagne dauert insgesamt 30 Tage, zu Redaktionsschluss waren bereist 24 % der angestrebten Summe eingegangen. Für Tremor-Patienten könnte dies durchaus eine gute Nachricht sein!

Quelle: indiegogo.com

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