Lebensmittel im Supermarkt sollen immer möglichst frisch und glänzend aussehen. Zahlreiche Hersteller verwenden daher Titandioxid als Weißmacher. Zu finden ist der Stoff etwa oftmals in Mozzarella-Käse, Süßigkeiten, Kosmetika und Zahnpasta. Gekennzeichnet wird dies jeweils durch die Angabe „Zusatzstoff E171“. Das Problem an der Sache: Einige Tierversuche haben gezeigt, dass Titandioxid möglicherweise krebserregend ist. Der Hintergrund: Der Zusatzstoff besteht aus kleinen Nanopartikeln. Diese wiederum haben bei Experimenten mit Tieren Entzündungen begünstigt. Der Verdacht einiger Wissenschaftler: Langfristig könnte dies auch die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung erhöhen. Allerdings können solche Tierversuche nicht einfach auf den Menschen übertragen werden. Um genauere Erkenntnisse zu gewinnen, sind daher weitere Untersuchungen nötig.


Bild: Gemeinfrei

Bisher gilt die Aufnahme über Lebensmittel als unbedenklich

Auf Basis der bisher vorliegenden Studien kam die „European Food Safety Authority“ zu dem Ergebnis, dass von Titandioxid in Lebensmitteln kein gesundheitliches Risiko ausgeht. Anders ist dies allerdings, wenn der Stoff eingeatmet wird. Dies kann beispielsweise bei Sprühlack oder Sonnencremes der Fall sein. In diesem Fall spricht die Europäische Chemikalienagentur Echa von einer krebserregenden Substanz. Dies wiederum sorgte auch in Mainz im vergangenen Jahr für Diskussionen. Denn dort wurden luftreinigende Pflastersteine verbaut, die ebenfalls Titandioxid enthielten. In Frankreich haben die Behörden nun einen klaren Beschluss gefasst: Ab dem Jahr 2020 wird der Farbstoff in allen Lebensmitteln verboten. Die offizielle Begründung: Ein gesundheitliches Risiko für die Verbraucher soll ausgeschlossen werden.

Titandioxid könnte als Gefahrenstoff deklariert werden

Offensichtlich haben die Experten in Frankreich die vorliegenden Studien also anders interpretiert als die zuständigen Behörden auf europäischer Ebene. In Deutschland ist ein ähnliches Verbot aktuell nicht geplant. In der EU-Kommission wird allerdings seit einiger Zeit darüber nachgedacht, Titandioxid als Gefahrenstoff zu deklarieren. Dieser müsste dann mit dem Hinweis „möglicherweise krebserregend“ versehen werden. Ganz unproblematisch wäre dies allerdings nicht. Denn Titandioxid gehört zu den weltweit am häufigsten verwendeten Weißmachern. Bei einer Einstufung als Gefahrenstoff müssten alle Bauteile, die mindestens ein Prozent des Farbstoffes enthalten als Sondermüll entsorgt werden. Dies würde einen enormen Aufwand und nicht unerhebliche zusätzliche Kosten bedeuten. Die EU-Beamten wollen daher offensichtlich zunächst noch weitere Studien abwarten.


Via: Spiegel

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