Kanada hat sich in der Frage der Cannabis-Legalisierung zu einer sehr weitreichenden Lösung entschieden: Seit Mittwoch können die Einwohner – je nach Bundesstaat – ab einem Alter von 18 oder 19 Jahren ganz legal Marihuana kaufen. Im Supermarkt ist die Droge zwar nicht erhältlich, dafür aber Online und in ausgewählten Shops. Doch einige potentielle Kunden erlebten gleich am ersten Tag eine böse Überraschung: Insbesondere in Kleinstädten war der Wirkstoff bereits nach wenigen Stunden ausverkauft. In einigen der Online-Shops stand zudem nur noch eine sehr begrenzte Auswahl zur Verfügung. Die Probleme hatten sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Viele Händler hatten darüber geklagt, dass ihre Bestellungen nicht vollständig erfüllt wurden – und sie so nicht genügend Vorräte aufbauen konnten.


Auch in Deutschland gab es schon Lieferprobleme

In Deutschland ist Cannabis nur für medizinische Zwecke zugelassen. Auch hier traten aber ähnliche Probleme auf. Das Bundesgesundheitsministerium musste daher zusätzliche Importe in die Wege leiten. Interessanterweise sprangen damals die Niederlande und Kanada in die Bresche und versprachen mehr Cannabis zu liefern als ursprünglich vereinbart. Noch immer sind die entsprechenden Präparate aber in einigen Regionen nur schwer zu bekommen. Wie lange die Lieferschwierigkeiten in Kanada anhalten werden, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Es ist aber durchaus vorstellbar, dass die Produzenten noch einige Monate benötigen werden, um die Nachfrage vollständig zu bedienen. Eine Rolle spielt dabei sicher auch der vergleichsweise geringe Preis: Ein Gramm Haschisch kostet umgerechnet rund 4,30 Euro.


Die Gesetzgebung ist weltweit unterschiedlich

In den letzten Jahren ist Cannabis in mehreren Gebieten weltweit legalisiert worden. Vorreiter war Uruguay mit der vollständigen Legalisierung im Jahr 2014. Auch in einigen US-Bundesstaaten ist der Besitz und Konsum inzwischen straffrei. Auf Bundesebene wurde in den Vereinigten Staaten allerdings noch kein entsprechendes Gesetzt verabschiedet. In Europa sind die Niederlande für eine vergleichsweise liberale Gesetzgebung bekannt. Auch in Deutschland wird immer wieder die Forderung nach einer Lockerung des Verbots erhoben. Bisher fand sich dafür allerdings keine Mehrheit im Bundestag. Für die Zukunft dürfte einiges davon abhängen, welche Erfahrungen Kanada nun mit der Legalisierung macht. Kritiker warnen vor mehr jugendlichen Abhängigen, während Befürworter hoffen, dem illegalen Handel die Grundlage zu entziehen.

Via: Global News

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