Amazon möchte in Zukunft alles Mögliche per Drohne ausliefern. Dafür arbeitet der Weltkonzern an entsprechenden Technologien. Die ersten Lieferdrohnen fliegen bereits auf Teststrecken und können sogar Pakte mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm befördern. Um die Lieferdrohnen künftig noch effizienter und auch weiter fliegen zu lassen, sollen diese sich auf Straßenlampen wieder neu aufladen können. Ein aktuelles Amazon-Patent beschreibt Docking-Stationen auf dem Lampen-Körper in der Höhe, welche die Drohnen automatisch anfliegen können und so wieder neue Energie tanken sollen.


Drohnen als Postboten

Die Idee, Straßenlaternen mit einer Ladestation für Drohnen zu versehen, ist durchaus gut, denn in dieser Höhe dürften die Stationen eigentlich recht sicher vor Vandalismus sein und auch die Drohnen befinden sich während des Ladevorgangs in sicherer Höhe. Ein kleines Problem dürfte allerdings die Verschmutzung durch Vogelausscheidungen darstellen. In Zukunft könnten sich Vögel und Drohnen also einen gemeinsamen Rastplatz teilen. Das nun zugesprochene Patent, hat Amazon bereits im Jahr 2014 beantragt. Generell haben Drohnen ja nach wie vor ein riesen Akkuproblem. Nach 20 bis 30 Minuten Flugzeit ist meist auch bei den Spitzenmodellen der Spaß vorbei. Ohne Ersatz-Akku sieht es dann recht düster aus. Um diesem Problem Einhalt zu gebieten, muss zwangsläufig wohl auch eine Drohnen-Lade-Infrastruktur her. Das Straßenlampen-Netz bietet sich natürlich super dafür an. Amazon möchte die Drohnen mit verschiedenen Sensoren ausstatten, so dass diese auch intelligent in Erfahrung bringen können, wo gerade ein Ladeslot frei ist oder wann die nächste Station wieder frei wird.


Eine Ladeplattform soll dabei auch mehrere Drohnen gleichzeitig beherbergen können. So können die Drohnen nicht nur zum Laden landen, sondern auch Zwischenstopps einlegen, um auf weitere Instruktionen zu warten. Amazon erwähnt im Rahmen der Patentbeschreibung auch ein mit Kameras, Lasersensoren und weiterer Technik zur Bestimmung des Ortes und auch des Wetters bestückten Kontrollcenters. Dieses kann Drohnen spontan umleiten, oder auch zu einem Unterschlupf navigieren, sofern das Wetter plötzlich umschwenkt und das Fliegen nur noch eingeschränkt möglich wäre. Zuletzt gilt es ja auch die zu transportierende Ware sicher, unbeschädigt und trocken auszuliefern.

FAA entwirft ersten Regelkatalog

Amazon möchte das Drohnen-Transportsystem am besten gestern schon ausgerollt haben. Der Konzern wird maßgeblich von der Federal Aviation Administration (FAA) Regulierungsbehörde ausgebremst. Immerhin hat die FAA im letzten Monat bereits erste Regeln für den kommerziellen Drohnenflug für die USA festgelegt. Zeitnah sollen der Behörde zufolge noch weitere Regeln erarbeitet werden, die den kommerziellen Drohnenflug auch im Hinblick auf Auslieferungen von Waren betreffen.

Drohnen zunächst als Helferlein für die „letzte Meile“

Bis Amazon völlig grünes Licht für den Drohnen-gestützten Prime Air Service erhält, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Denkbar ist allerdings, dass Drohnen auch hierzulande vermehrt für die „Logistik der letzten Meile“ zum Einsatz kommen. Dazu würden die mit Waren vollgepackten Lkw beispielsweise zu einem Sammelspot fahren und von da aus die einzelnen Kunden mittels Drohne beliefern.

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