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Amsterdam: Neuer Tunnel bietet mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer

Die Niederlande macht aktuell nicht nur mit den Drohnen-Adlern von sich Reden, sondern zeigt auch wie die Urbanisierung der Städte in Zukunft praktikabler gehandhabt werden kann. In Holland dürfte nahezu jeder im Besitz eines Fahrrades sein, für die Radler wird viel getan, sodass immer mehr Menschen auf das Bike umsteigen und das Auto mit Verbrennermotor in der Garage stehen lassen. Neue Designs für Unterführungen und auch Tunnel unterstützen das Ganze, indem Fahrradfahrer und Fußgänger einen separaten Weg bekommen.

Radweg Holland

Tunnelunterführung mit einem smarten Design für Fußgänger und Radfahrer (Bild: Benthem Crouwel)

Weniger Zusammenstöße und klare Designs

Die Architekten des Büros von Benthem Crouwel haben der 110 Meter langen und 10 Meter breiten Cuyperspassage, die unter dem Hauptbahnhof in Amsterdam entlang verläuft, ein tolles, sicheres und ziemlich praktisches Design verpasst. Die Unterführung ist in zwei Teile unterteilt. Die eine Seite ist für Fußgänger geeignet und die andere für Fahrradfahrer. Der Vorteil ist dabei, dass sich beide nicht mehr ins Gehege kommen können. Das reduziert das Risiko etwaiger Zusammenstöße. Die Unterführung ist nicht nur durch Pfeiler und einen Absatz abgeteilt, sondern auch optisch.

tunnel-geteilt

Benthem Crouwel

Das funktioniert so gut, dass man sogar die Frontalansicht des obigen Fotos für eine Fotomontage hält, da die Hälften einfach nicht zusammen passen und genau das ist auch die Absicht die hinter den smarten Unterführungen beziehungsweise Tunneldesigns steckt. Der deutlich dunkler gehaltene Teil ist die sogenannte Fast-Lane, die Fahrradfahrern freie Fahrt suggeriert und wo man als Fußgänger eher die Biege machen sollte. Das etwas dunklere Design wird mit den Stahlgittern an den Wänden erreicht. Fußgänger, die bekanntlich langsamer unterwegs sind, können hingegen echte Kunstwerke bestaunen. Im Fliesen-Design gehalten, offenbart sich beispielsweise ein Abbild einer rauen See mit schwankenden Segelschiffen. Bei dem hellen Design wirkt der Tunnel nicht so einengend. Die offene See verstärkt den Effekt.

Benthem Crouwel

Benthem Crouwel

Die Holländer haben wieder einmal gezeigt, wie man Städte Stück für Stück Fußgänger- und Radlerfreundlicher gestalten kann. Vorbildlich.

Smart Facts

Fünf Jahre hat es gedauert, bis 80.000 handgefertigte Delfter Fliesen im traditionellen Maß von 13 mal 13 Zentimetern im neuen Fußgänger- und Fahrradtunnel verarbeitet wurden. Der Tunnel ist rund um die Uhr beleuchtet. In der Mitte, entlang der Bordsteinkante, sorgen LEDs für zusätzliches Sicherheitslicht. Täglich passieren 15.000 Menschen den Tunnel. Von der Stadt kommend, werden die Fußgänger mit dem ziemlich berühmten Bild des Kriegsschiffes Rotterdam, das die Heringsflotte führt, konfrontiert. Dieses wurde von Cornelis Boumeester (1652-1733) gemalt. Die niederländische Grafikdesignerin Irma Boom hat das Werk an die Gegebenheiten des Tunnels angepasst und diesem eine eigene Note verliehen, indem das Heck des Schiffs das Amsterdamer Stadtwappen trägt. Beim Original ist das Rotterdamer Stadtwappen zu sehen. Je weiter man in die Neustadt vordringt, desto mehr lösen sich die blauen Linien auf und werden schließlich heller und verschwinden. Erst am Tunnel-Ende färben sich die Fliesen wieder dunkelblau. An diesem Punkt ist dann der Schiffsanleger also die Wasserseite erreicht.

Benthem Crouwel

Benthem Crouwel

Benthem Crouwel

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