Tower ist eines der am schnellsten wachsenden US-Unternehmen. In diesem Jahr soll mit zehn Mitarbeitern ein Umsatz von neun Millionen US-Dollar erwirtschaftet werden. Das Unternehmen von Stephan Aarstol hat sich auf Lifestyle-Produkte für den Strand  spezialisiert und produziert unter anderem Sonnenbrillen aber auch Paddelboards. Tower sorgt aktuell mit den Arbeitszeiten für Schlagzeilen. In dem Unternehmen wird seit geraumer Zeit weniger gearbeitet, dafür sind aber die Löhne um fast das Doppelte gestiegen. Wie das Ganze funktioniert, wollen wir euch in diesem Beitrag einmal aufzeigen. Es handelt sich hierbei um ein durchaus funktionierendes Konzept, allerdings kann nicht jedes Unternehmen einfach so auf einen Fünf-Stunden-Arbeitstag umstellen.

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Umsätze stiegen um 40 Prozent

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Stephan Aarstol (Bild: Tower)

Tower-Chef Stephan Aarstol hat ein besonderes Zeitmanagement und arbeitete schon immer weniger in seinen Unternehmen als seine Freunde. Im Sommer 2015 stellte Aarstol die Arbeitszeit in seiner Firma auf einen Fünf-Stunden-Tag um. Darüber hinaus verteilte er fünf Prozent seines Gewinns an die Mitarbeiter. In der Summe kann dabei festgehalten werden, dass die Löhne bei weniger Arbeitszeit von 20 auf 38,4 US-Dollar pro Stunde gestiegen sind. Die Idee weniger Zeit im Unternehmen zu verbringen – dafür jedoch effektiver zu arbeiten- wollte Aarstol entsprechend übernehmen. Nun nach einem Jahr rechnete der Unternehmer ab. Das Ergebnis ist verblüffend. Die Mitarbeiter waren fröhlicher, produktiver und mehr eingebunden in das Geschäft als zuvor. Auch die Umsätze stiegen um 40 Prozent. Die Umstellung habe Aarstol nach keinen Cent mehr gekostet. Die Mitarbeiter wurden jedoch auch einem hohen Druck ausgesetzt. So sollten diese sich vorher überlegen, wie sie die Arbeit, die sonst in acht Stunden erledigt wurde auch in fünf Stunden schaffen können. Wer diese Vorstellung als unmöglich einstufte, der musste mit einer Kündigung rechnen. Trotz des anfänglichen Drucks waren die Mitarbeiter am Ende motivierter und fröhlicher. Drei Stunden mehr Freizeit und das auch noch bei einer Verdopplung des Lohns ist Ansporn genug die Kaffee-Tasse dann doch nur einmal zu füllen und auf die Zigaretten-Pausen zu verzichten.

 

Fünf-Stunden-Arbeitstag ist eine Überlegung wert

Aarstol schrieb seine Erfahrungen mit dem Fünf-Stunden-Arbeitstag ein Jahr nach Beginn der Umstellung in seinem Unternehmen in einem Buch nieder. Interessierte können sich hier ein paar Tipps abholen. Der Tower-Chef beschreibt unter anderem die 80-20-Regel. Diese beinhaltet, dass 80 Prozent der Produktion aus 20 Prozent Anstrengungen resultieren. Auch sollte die Arbeitszeit weniger in Stunden und mehr in Erfolgen gemessen werden. Zuletzt soll auch Technologie dafür genutzt werden, um die Effizienz steigern zu können. Aarstol räumt jedoch auch ein, dass der Fünf-Stunden-Arbeitstag nicht für jedes Unternehmen geeignet sei. Eine Überlegung dürfte jedoch nicht schaden.

Trend zur Umstrukturierung

Umstrukturierungen und Veränderungen der Arbeitszeiten scheinen aktuell recht viele Unternehmen zu beschäftigen. Jüngst haben wir über das 3-Tage-Wochenende berichtet. Und auch Amazon denkt über eine Reduzierung der Arbeitsstunden nach. Im Gespräch ist aktuell eine 30-Stunden-Woche.

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