Die Forscher der University of Illinois und des Caltech erforschen die komplexen Funktionen der Fledermausflügel und haben deshalb einen Flugroboter entworfen, der erstaunliche Flugmanöver beherrscht. Der sogenannte »Bat Bot« wiegt nur etwa 90 Gramm und besitzt eine Spannweite 50 Zentimetern.


Blick von oben auf den Bat Bot / Foto: Screenshot aus dem Youtube-Video (s.u.)

Enge Kurven und rasante Sturzflüge möglich

Bereits am Boden wirkt der Roboter schon sehr fledermausähnlich mit seiner transparenten Bespannung und dem fragilen Rahmen. Doch in der Luft entfaltet er seine optische irkung erst richtig, die geflogenen engen Kurven und rasanten Sturzflüge wirken täuschend echt. Insekten- und Vogelroboter hat es bereits zuhauf gegeben, doch die Fledermaus widersetzte sich bislang der Nachahmung, weil ihr Flugmechanismus extrem kompliziert ausfällt. Die flexiblen Knochen des fliegenden Säugetiers biegen und dehnen sich, die Gelenke rotieren: das ermöglicht erstaunliche Flugmanöver.

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Skelett aus Kohlefasern, Bespannung aus ultradünnem Silikon

Selbst der überaus komplexe Bat Bot erfasst nicht alle körperbaulichen Feinheiten seines Vorbildes, es besitzt nur neun mit Mikromotoren angetriebene Gelenke, die anderen Gelenke werden indirekt mitbewegt. Das »Skelett« des Fledermausroboters besteht aus ultraleichten Kohlefasern und die Flügelhaut aus 60 Mikrometer dünnem Silikon. Vorherige Versuche mit Drahtgerüsten waren nicht erfolgreich, die künstlichen Fledermäuse erreichten keine stabilen Flugeigenschaften und stürzten immer wieder ab. Der Boden der aktuell benutzten Flughalle ist mit federnden Netzen gesichert, die durchaus bei einem allzu heftigen Sturzflug zum Einsatz kommen können, doch insgesamt liegt der Bat Bot erstaunlich gut in der Luft.

Verbesserungsmöglichkeiten für Drohnen in Sicht

Sensoren messen jede Lageveränderung sowie die Anwinklung der Gliedmaßen, damit das System auf feinste Veränderungen reagieren kann. Eventuell lässt sich mit Hilfe dieses Roboters nicht nur der Flug der Fledermaus besser verstehen, sondern es könnten sich auch technische Verbesserungsmöglichkeiten für Drohnen ergeben, zum Beispiel um die Verletzungsgefahr beim Aufprall auf Menschen zu verringern.

Quelle: faz.de

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