Der Verkehr in Ugandas Hauptstadt Kampala wurde bisher eher von Dieselbussen, Minibus-Taxis und Motorrädern geprägt. Nun ist jedoch eine kleine Innovation auf Kampalas Straßen unterwegs: Der Bus Kayoola fährt mit Strom, der mit Solarzellen gewonnen wird.


Bild: Kiira Motors Corporation
Bild: Kiira Motors Corporation

Bei dem Kayoola handelt es sich um den Prototyp eines Linienbusses mit Elektromotor und Solarzellen vom staatlichen Autohersteller Kiira Motors Corporation (KMC). “Die Zahl der Fahrzeuge in Kampala wird sich in den nächsten drei Jahren verfünffachen, mehr als eine Million Menschen werden dann täglich in der Stadt unterwegs sein”, erklärt Allan Muhumuza, Vizepräsident von KMC. Der Kayoola-Bus, was so viel wie “Massentransport” bedeutet, soll eventuellen Verkehrsinfarkten vorbeugen. Und das nicht nur in Kampala, sondern nach der Vorstellung der Regierung Ugandas bald auch auf dem ganzen afrikanischen Kontinent. Bis 2040 möchte die Regierung in Uganda eine mittelständische Wirtschaft etablieren, die auch auf dem Automobilsektor aktiv werden soll.

Chance durch Solarenergie

Der Kayoola bietet Platz für 35 sitzende Passagiere. Die Entwicklung dauerte etwa vier Jahre und verschlang gut 130.000 Euro – im Vergleich zu den Entwicklungskosten bei etablierten Automobilherstellern ist das relativ wenig. Seinen Anfang nahm das Projekt im Jahr 2007 mit Forschungsprojekten an der staatlichen Makerere-Universität in Kampala. Der fertige Bus ist mit zwei Batterien ausgestattet. Die Hauptbatterie liefert 70kWh, der Kayoola erreicht mit ihr eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und eine Reichweite von 80 Kilometern. Während die Batterie genutzt wird, kann die Ersatzbatterie mit Hilfe der auf dem Dach des Busses verbauten Solarzellen geladen werden. Mit ihr erhält der Kayoola dann weitere 12 km Reichweite. Aufgrund der Reichweite liegt der ideale Einsatzort des Busses in urbanen Gebieten.


Kiira-Motors-Geschäftsführer Paul Musasizi betont, dass die Reichweite ideal für den Einsatz in Kampala ist. “Auf diesen Fahrten werden wir im Vergleich zu einem Dieselbus rund 63 Prozent der Kosten auf 100 Kilometer einsparen. Afrikas geografische Position bietet nonstop Sonnenschein das ganze Jahr – eine bislang zu wenig genutzte Energiequelle”, so Musasizi.

In Afrika entstanden in den letzten Jahren vermehrt Projekte, die auf Solarenergie zurückgreifen. Der Kontinent erkennt langsam die Möglichkeiten, die in seinem Klima liegen. Bis der Kayoola in die Massenproduktion geht, wird es aber noch dauern. Dies ist für 2018 geplant.

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