Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt aktuell vor „Miracle Mineral Supplement“, das im Internet als Wunderheilmittel gegen Krebs, chronische Infekte, sowie Hepatitis, Malaria und weitere schwere Krankheiten hochgelobt und angepriesen wird. Die neue Trend-Medizin mit dem Kürzel „MMS“ steht allerdings im Verdacht statt Krankheiten zu lindern, schwere gesundheitliche Schäden hervorzurufen.


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MMS und MMS2 bedenklich und zulassungspflichtig

In einer Pressemitteilung warnt das BfArM vor MMS und stuft das Medikament als „bedenklich und zulassungspflichtig“ ein. Zunächst werden zwei Produkte MMS und MMS2 kritisiert: „weil der begründete Verdacht besteht, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein vertretbares Maß hinausgehen“. [..] „Zulassungspflichtige Arzneimittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn in einem behördlichen Zulassungsverfahren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität belegt worden sind“, so das Bundesinstitut weiter. Um Patienten vor gefährlichen Medikamenten in Zukunft zu schützen, können die zuständigen Länderbehörden diese verbieten und den Vertrieb unterbinden.


MMS wird im Internet als Kapseln oder in flüssiger Form vertrieben. Das BfArM stuft das Mittel als „Präsentationsarzneimittel“ ein, welches Produkte beinhaltet, die „die Heilung, Linderung oder Verhütung von Erkrankungen versprechen“. Die pharmakologische Wirkung eines beinhaltenden Stoffes ist hierbei nicht entscheidend. Vielmehr geht es um die Auslobung und Bewerbung des Produkts „und wie es daraufhin vom Verbraucher verstanden wird“. Die Präsentationsarzneimittel werden von den Funktionsarzneimitteln unterschieden. „Mit dieser Zweiteilung will der Gesetzgeber erreichen, dass einerseits Produkte, die mit einer Heilaussage beworben werden, und anderseits Produkte mit pharmakologischen Eigenschaften, auch ohne entsprechende Auslobung, im Sinne des vorbeugenden Patientenschutzes arzneimittelrechtlich kontrolliert werden und nicht ohne behördliche Zulassung in den Verkehr gebracht werden dürfen.“

Gefahren bei der Einnahme

Der Mix der als Flüssigkeit und Kapseln angebotenen MMS und MMS2 Medikamente und Zitronensäure, lässt das toxische Gas Chlordioxid entstehen. „Chlordioxid wird als Bleichmittel von Papier und zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt und verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden“, gibt das BfArM zu bedenken. „Den Giftnotrufzentralen liegen Fälle von Erbrechen, Atemstörungen und Hautverätzungen bei der Einnahme von MMS vor.“

Bei Patienten aus Kanada, Frankreich, der Schweiz, den USA und Großbritannien sind bereits Nebenwirkungen wie etwa Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verätzungen der Speiseröhre sowie Atemstörungen durch Schäden an roten Blutkörperchen und Nierenversagen festgestellt worden. Erst nach einem gesondert gestellten Antrag seitens der Landesbehörde konnten die Mittel als Arznei eingestuft werden. Bereits im vergangenen Jahr warnte das BfArM vor MMS.

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