Der Anteil von Elektroautos an den insgesamt zugelassenen PKW wächst langsam, aber beständig. Dennoch spielen elektrisch getriebene Autos noch eine Nebenrolle. Doch das müsste nicht so sein. Eine Studie des MIT kam zu dem Ergebnis, dass Elektroautos von den Anforderungen her bereits heute 90 Prozent aller weltweit zugelassenen PKW ersetzen könnten.


Bild:  Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0
Bild: Electric car charging station, PROHåkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Elektroautos statt Verbrennungsmotor

Die Studie, die in der Zeitschrift Nature Energy veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit GPS-Daten über das derzeitige Nutzungsverhalten von PKW-Besitzern und kam zu dem Schluss, dass etwa „90 Prozent der PKW, von günstigen Elektroautos ersetzt werden könnten, selbst dann, wenn die Wagen nur nachts geladen werden könnten“. Damit ließe sich die Klimavorsätze der USA bezüglich des PKW-Verkehrs problemlos erfüllen.

Der Wechsel zu Elektroautos käme mit vielen Vorteilen, allen voran natürlich die Auswirkungen auf die Umwelt. Aber auch die Betriebskosten sind langfristig niedriger als die von Wagen mit Verbrennungsmotoren.


Die Stromer könnten schon jetzt problemlos in den Alltag der meisten PKW-Besitzer integriert werden

Das Team ermittelte, dass eine Mehrzahl der Autos im Alltagsbereich nicht mehr Energie verbrauchen, als einem normalen Elektroauto täglich zur Verfügung steht. Fahrzeuge wie etwa der Ford Focus Electric oder der Nissan Leaf wären bereits heute, mit dem derzeitigen Stand der Technik, in der Lage, die meisten Autos mit Verbrennungsmotor zu ersetzen.

Für Fälle, in denen das Elektroauto nicht mehr ausreichen würde, schlägt die Studie Alternativen wie Mieten oder Car-Sharing vor. Insbesondere letzte Alternative wird in der Studie besonders betont. Car-Sharing von Wagen mit Verbrennungsmotor sei hervorragend geeignet, um die Fälle aufzufangen, in denen ein Elektroauto schlicht nicht ausreichend Reichweite zur Verfügung stellen kann.

Probleme in Ländern mit schlechter Infrastruktur

Die Studie lässt sich natürlich nur auf Gegenden anwenden, in denen zumindest die Infrastruktur vorhanden ist, um das Elektroauto über Nacht zu laden. Dies dürfte in Industrieländern völlig unproblematisch sein, auf Entwicklungsländer lässt sich die Pauschalaussage „90 Prozent der Autos könnten Elektroautos sein“ wahrscheinlich nicht mehr anwenden.

Dennoch bietet die Studie des MIT interessante Erkenntnisse und Aussichten auf die Verkehrsmodelle der Zukunft. Eines der Hauptargumente gegen Elektroautos ist es, dass diese für den alltäglichen Gebrauch nicht genug Reichweite zur Verfügung stellen würden. Geht man von dem Autogebrauch in den USA aus (wo viele Menschen wohlgemerkt für fast jeden Weg auf ihren PKW zurückgreifen), scheint diese Aussage so nicht mehr wirklich haltbar zu sein.

via Phys.org

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2 Kommentare

  1. U.Müller

    7. September 2016 at 21:13

    Bin gespannt , wie es weiter geht . Induktive Ladeparkplätze beim Einkaufen etc. Kein umständliches Hantieren mit dem Ladekabel . Was ist mit der Reichweite ?
    Lg. Uwe Müller

    Ps.: Alles Gute zum Geburtstag !

  2. Michael Kammler

    8. September 2016 at 14:30

    Hi Uwe,

    vielen Dank für die Glückwünsche. Die Geschichte mit der Reichweite wird in zwei Jahren kaum noch jemanden ineteressieren. Siehe Kreisel, was die jetzt schon für leistungsstarke Batterien bauen und beispielsweise den Elektro-Vito 300 Kilometer weit fahren lassen.

    Beste Grüße Michael

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