Forscher an der University of Surrey in Zusammenarbeit mit Augmented Optics und der University of Bristol haben ein Material für leistungsstarke Superkondensatoren entwickelt, die sämtliche aktuelle E-Autobatterien in den Schatten stellen können. Bringt dieser Stromspeichertyp den Durchbruch für die Elektromobilität?


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Neuer Superkondensator soll für stundenlange Energieversorgung garantieren

Superkondensatoren versus Batterien

Batterien und Superkondensatoren haben eines gemeinsam: Sie dienen als mobile Stromspeicher und geben die Energie bei Bedarf wieder ab. Allerdings unterscheiden sie sich darin, dass Batterien größere Mengen von Energie halten können und den Strom allmählich liefern, während die Superkondensatoren bislang nur wenig Energie aufnehmen und sie in kurzen Schüben abgeben konnten. Letztere eigneten sich bis dato vor allem für Automatiktüren oder als zügige Auflademöglichkeit für Smartphones.

1.000 bis 10.000 mehr Leistung als normale Batterien

Der geplante Superkondensator soll allerdings 1000 bis 10.000 Mal mehr Leistung bringen als die bisher bekannten Batterien, damit würde ein Elektroauto einem Gasauto in nichts mehr nachstehen. Die Wissenschaftler meinen, dass durchaus 6 bis 8 ununterbrochene Fahrtstunden in Reichweite liegen, mit einem anschließenden Tankstopp, der nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Die Forscher weisen auf die mit Superkondensatoren betriebenen Busse in China hin, die an jeder zweiten bis dritten Haltestelle kurz Strom tanken: Mit der neuen Erfindung, so behaupten sie, müssten sich solche Busse nur noch bei jedem 20. bis 30. Halt mit Energie versorgen. Und die Aufladung würde nur noch Sekunden dauern. Ein solcher Stromspeicher würde nicht nur die Elektroautowelt revolutionieren, sondern zum Beispiel auch in der Luftfahrt und auf dem Elektronikmarkt für Wirbel sorgen.


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Neue Energie-Ideen bringen Bewegung ins Spiel

Hybriden aus Batterie und Superkondensator

Auch der Forscher Stefan Freunberger an der TU Graz ist ein erklärter Freund der Superkondensatoren, er kombiniert sie in seinen Akkus mit dem Batterieprinzip. Die daraus resultierenden Hybriden vereinen die Vorteile beider Stromspeicherarten, sie sparen noch dazu jede Menge Platz und Ressourcen. Superkondensatoren werden nämlich bereits in E-Autos verwendet doch immer nur gemeinsam mit unterschiedlichen Batteriesystemen. An der University of California wurden unlängst ähnliche Hybrid-Superkapazitatoren der Öffentlichkeit präsentiert, die als leistungsstarke Energiespeicher fungieren und sich schneller aufladen lassen als jeder bekannte Akku. In Verknüpfung mit Solarzellen könnten sie demnächst Straßenlaternen oder vielleicht auch ganze Häuser rund um die Uhr mit Strom versorgen. Das Beste daran: Das sind nicht mehr bloß utopische Träume, sondern ganz reale Möglichkeiten!

Quellen: surrey.ac.uk, futurism.com, ingenieur.de

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