Um Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Zukunft zu jeder Zeit bedarfsgerecht zur Verfügung stellen zu können, müssen moderne Speichertechnologien stets weiterentwickelt werden. Zuletzt haben sich Batteriespeicher als ziemlich nützlich und sogar wirtschaftlich profitabel erwiesen. In Neuhardenberg ist nun ein neuer Batterie-Großspeicher in Betrieb genommen wurden. Der Speicher wurde zuvor ein Jahr lang getestet. Im Rahmen der Energiewende soll der Speicher zur Stabilisierung der europäischen Netzfrequenz beitragen.


Batterie-Großspeicher bestehend aus mehreren Containern (Bild: Upside GmbH)
Batterie-Großspeicher bestehend aus mehreren Containern (Bild: Upside GmbH)

Großbatteriespeicher auch für Primärregelleistungsreserve einsetzbar

Der brandenburgische Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, Albrecht Gerber, war bei der offiziellen Inbetriebnahme des Batterie-Großspeichers dabei. Ein ehemaliger Flugzeughangar fungiert als Errichtungsort. Riesige Lithium-Ionen-Batterien wurden nach der Container-Bauweise installiert und zu einem Cluster verbunden. Als Initiator stehen die Experten von der Upside Services GmbH hinter dem Projekt. Die Leistung des neuen Batterie-Großspeichers beträgt 5 Megawatt und die Speicherkapazität entsprechend 5 Megawattstunden. Es handelt sich den Experten zufolge um eine der größten präqualifizierten Anlagen dieser Art in Europa.

Hier soll allerdings nicht nur Strom aus erneuerbaren Energiequellen gespeichert und je nach Bedarf zur Verfügung gestellt werden, sondern auch als Primärregelleistungsreserve fungieren. Ein kurzer Exkurs: Um unvorhergesehene Schwankungen zwischen der Einspeisung und Entnahme des Stroms im Netz kurzfristig auszugleichen, können die Lieferanten der sogenannten „Regelenergie“ die Kraftwerkleistung hoch- oder herunterregeln. Dabei teilt sich die Regelenergie in die Unterarten „Primärregelleistung“, „Sekundärregelleistung“ und „Minutenreserve“. Hier wird nach der Aktivierungs- und Änderungsgeschwindigkeit differenziert. Die Primär- und Sekundärregelleistung wird automatisch aus den regelfähigen Kraftwerken abgerufen. Es werden nahezu ständig Anfragen unterschiedlicher Richtungen und Höhen gestellt. Die Minutenreserve wird hingegen telefonisch vom Übertragungsnetzbetreiber an den Lieferanten angefordert. Bei der Primärregelleistung muss die Leistung in vollem Umfang innerhalb von 30 Sekunden zur Verfügung gestellt werden. Innerhalb von 5 Minuten muss das Ganze bei der Sekundärregelleistung geschehen.


Die Systemintegration der erneuerbaren Energien ist ein wesentlicher Schritt, der kontinuierlich erweitert werden muss, um die Energiewende voranzutreiben. Albrecht Gerber fordert dabei den Fokus bundesweit stärker auf den Netzausbau und die Systemintegration zu legen. Der neue Batterie-Speicher in Neuhardenberg wird vom Wirtschafts- und Energieministerium mit 2,85 Millionen Euro unterstützt. Gerber betont, dass beim Thema Speicher dringend vorangekommen werden müsse. Die Entwicklung moderner Batterie-Speicherlösungen stehe immer noch am Anfang. Das brandenburgische Wirtschafts- und Energieministerium arbeite zudem an einer eigenen Förderrichtlinie, für die 50 Millionen Euro vorgesehen sind. Geld, das in Zukunft gut angelegt werden dürfte.

In Lünen soll zeitnah der weltweit größte Batterie-Speicher für Sonnen- und Windenergie errichtet werden. An dem Vorhaben beteiligen sich die Daimler AG mit dem Tochterunternehmen The Mobility House sowie die Getec Gruppe und Remondis.

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