Heutige Straßen bestehen aus einfachem Asphalt, der ausschließlich dazu dient, darauf zu fahren. Betrachtet man die gewaltigen zugeteerten Flächen, so kommt schnell die Frage auf, ob sich damit nicht viel mehr anfangen lässt. Zahlreiche Ideen und Erfindungen schweben bereits im Raum!


Teile der Historic Route 66 sollen zur Solarstraße umfunktionalisiert werden (Bild: Solar Roadwasy)

Eine Straße, die ihre Risse selbständig wieder verklebt

Autofahrer stöhnen oft über die zahlreichen Baustellen auf unseren Straßen: Während eifrige Bauarbeiter sich darum bemühen, den brüchigen Straßenbelag zu erneuern, stehen die Autos stundenlang im Stau. Selbstheilende Straßen wären die Lösung für dieses Problem, Forscher an der TU München halten zwei interessante Vorschläge parat: Entweder lassen sich in die Straßen kleine Kapseln mit Bitumen implantieren, die durch den Schwerlastverkehr nach und nach »geknackt« werden. So bleibt die Fahrbahndecke dauerhaft elastisch. Oder man siedelt bestimmte Bakterien im Straßenmaterial an, die aktiv werden, sobald sie mit dem Wasser in Berührung kommen, das durch Schadstellen in die Fahrbahn läuft. Die Ausscheidungsprodukte der Mikroben helfen dem Beton dabei, sich wieder zu verkleben.

Intelligenten Straßen mit Sensoren und Meldesystemen

Solarstraßen werden bereits vielerorts erprobt, die Stromgewinnung durch die Fahrbahn gehört zu den Energiekonzepten der Zukunft. Doch wie wäre es, den Asphalt mit Sensor-Warnsystemen auszustatten, die den Autofahrern und Wartungsteams melden, wenn etwas im Argen liegt. So ließen sich Veränderungen am Belag frühzeitig erkennen und beheben, auch ganz gezielte Glatteiswarnungen wären möglich. Solche Systeme könnten auch der Verkehrssteuerung dienen, um Stauungen und Unfälle zu vermeiden – oder sie greifen den selbstfahrenden Fahrzeugen mit wichtigen Informationen unter die Arme.


Digitale Sensorik für Straßen von Siemens und Infinion im Video

Lärmschutzwände und Straßenbeläge als Schadstofffilter

Lärmschutzwände müssen nicht nur vor Lärm schützen, sie könnten auch Schadstoffe aus der Luft filtern. Fügt man der Bausubstanz Titandioxid zu, das anschließend von der Sonne bestrahlt wird, so erhält man einen hervorragenden Katalysator für Stickoxide. Eine drei Meter hohe und einen Kilometer lange Wand könnte die Schadstoffe von beinahe 150.000 Dieselautos pro Jahr neutralisieren. Aber da wäre noch der Feinstaub, der vor allem in Großstädten gefährlich wird! Auf heutigen Straßen verbleibt der Staub nach dem Regen so lange auf dem Asphalt, bis er getrocknet ist und wieder aufgewirbelt wird. Offenporige Oberflächen, die das verschmutzte Wasser filtern und in tiefere Schichten leiten, wären eine Möglichkeit, den Feinstaub in der Luft zu reduzieren.

Anti-Überflutungsstraßen wirken wie Schwämme

Andere Wissenschaftler wiederum sehen die Straßen der Zukunft als eine Art fester Schwamm, der bei heftigen Regengüssen Wasser aufsaugt und es bei Trockenheit wieder abgibt. So ließen sich Überschwemmungen vermeiden – und nebenbei entsteht an heißen Tagen Verdunstungskälte. Vielleicht avancieren unsere Straßen auch bald zu Wärmespeichern, die aufgenommene Hitze an angrenzende Gebäude abgeben. Dafür werden in den Asphalt Rohre mit einer zirkulierenden Flüssigkeit gelegt, oder die Straße verfügt über einer offenporigen Zwischenschicht mit flüssiger Füllung. Das warme Wasser gelangt in Tanks, die wiederum Brauchwasser an diverse Nutzer abgeben.

Quelle: br.de

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